Münchener haben nach dem 3:3 gegen Rostock neun Punkte Rückstand auf Werder
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Innerhalb von nur drei Tagen haben die Bayern sich auch von ihren letzten Titel-Hoffnungen verabschieden müssen. Der Rekordmeister steckt sich nach der nächsten Enttäuschung nun niedrigere Ziele.

MÜNCHEN. Abschied bedeutet zumeist tiefe Traurigkeit, doch Ottmar Hitzfeld wirkte gefasst, so, als habe er all das kommen sehen. Er schaute in gewohnter Ernsthaftigkeit, doch dann legte sich ein verständnisvolles Lächeln um seinen Mund, als er einem der treuesten Verbündeten des FC Bayern Lebewohl sagte. Das Glück, das lange Zeit in fester Anstellung bei den Münchnern beschäftigt war, hat sie verlassen, nie wurde das so deutlich wie am späten Samstagnachmittag, als es sich an zwei weit voneinander entfernten Orten beinahe gleichzeitig gegen sie aufrichtete.

Zunächst war im heimischen Olympiastadion ein regelkonformer Treffer Samuel Kuffours aberkannt worden, es wäre das vorentscheidende 3:1 der Bayern über Hansa Rostock gewesen. Wenig später, rund 700 Kilometer weiter nördlich, erzielte Matthias Scherz das vermeintliche 3:3 für den 1. FC Köln bei Werder Bremen, doch auch dieses Tor zählte nicht, obwohl es regulär zu Stande kam. So siegte Bremen, Bayern spielte nach 2:0-Führung nur 3:3.

Hitzfeld hatte all diese Szenen kurz nach Spielende noch einmal gesehen, und wahrscheinlich hatte der Mann, der in den letzten Monaten schon aus Selbstschutz zu großem Optimismus gezwungen war, in diesen Momenten den Glauben an die eigenen Chancen im Meisterschaftskampf verloren. Beinahe wäre der Abstand auf fünf Punkte geschmolzen, stattdessen beträgt die Differenz nun neun Punkte, zehn Spiele vor Saisonende. "So passt halt alles zusammen an einem Spieltag: Des einen Freud ist des anderen Leid", resümierte Hitzfeld und schätzte Bayerns Chancen im Titelkampf als gering ein, "weil Bremen einen Lauf und auch das nötige Glück hat".

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