Münchener Rück im Blick
Dax schließt freundlich

Die deutschen Aktienwerte haben sich am Donnerstag bei deutlichen Kursgewinnen der Münchener Rück freundlich präsentiert. Die Veröffentlichung gestiegener US-Arbeitslosenzahlen sowie ein sich abzeichnender möglicher Zusammenbruch des US-Energiebrokers Enron hat Händlern zufolge die Stimmung am Markt jedoch etwas eingetrübt.

rtr FRANKFURT. "Der Markt ist immer noch nach der Rally der letzten Zeit deutlich überkauft und muss runter kommen", sagte ein Händler. Dabei sei ein Abrutschen im Dax bis auf 4700 Punkte als gesund anzusehen. Im Mittelpunkt des Handels standen unter anderem Kursgewinne der Versicherungswerte, nachdem die Münchener Rück positive Quartalszahlen vorgelegt hatte. Auf der Verliererseite standen die Titel der Commerzbank , was Händler auf Verluste im Zusammenhang mit dem möglichen Kollaps von Enron zurückführten.

Der Dax schloss 0,41 % höher bei 4936 Punkten, nachdem er im frühen Handelsverlauf noch deutlich höher notiert hatte. Seit seinem Tiefststand am 21. September hat der Index um rund 40 % zugelegt. Der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax 50 legte bis Handelsende um 1,6 % auf 1229 Zähler zu. Der M-Dax für mittelgroße Werte zog leicht um 0,13 % auf 4236 Punkte an. In den USA tendierten die maßgeblichen Indizes vor Börsenschluss in Frankfurt freundlich. Dort gaben allerdings die Titel von Enron um rund 30 % nach. Dem Konzern droht nach dem Scheitern der Fusionspläne mit dem Konkurrenten Dynegy der finanzielle Zusammenbruch.

Bei den deutschen Standardwerten kletterten die Titel der Münchener Rück um rund vier Prozent auf 298,80 ?. "Das Positive ist, dass sich die Ansprüche aus den September-Anschlägen in den USA nicht erhöht haben", sagte Arne Jockusch, Analyst bei Merck Finck, zum Quartalsergebnis der Münchener Rück. "Außerdem ist der Ausblick positiv", fügte Jockusch hinzu. Trotz der Milliardenschäden aus den Anschlägen in den USA wird die Münchener Rück nach eigener Einschätzung 2001 mit einem Gewinn abschließen und sieht danach für die Rückversicherung deutlich bessere Zeiten kommen. Die Aktien der Allianz verteuerten sich im Sog der guten Zahlen um 3,58 % auf 260,51 ?.

SAP -Papiere legten rund 2,8 % auf 132,50 ? zu. Am Nachmittag hatte SAP mitgeteilt, das Unternehmen sei von der Erholung der US-Geschäfte seit September positiv überrascht worden, nachdem noch zum Ende des dritten Quartals ein deutlicher Rückgang verzeichnet worden war.

Auf der Verliererseite standen vor allem Finanzwerte, die Händlern zufolge von einem möglichen Zusammenbruch des US-Konzerns Enron betroffen sein könnten. Die Aktien der Commerzbank gaben um 3,35 % auf 19,33 ? nach. Das Institut bezifferte seinen möglichen Verlust mit einem "niedrigen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag". Händler führten den Kursrutsch auch auf technische Faktoren zurück. Die Deutsche Bank -Aktie gab um rund 1,7 % auf 71,90 ? nach. Die Bank hatte am Mittag mitgeteilt, bei einer möglichen Zahlungsunfähigkeit Enrons einen Verlust von deutlich weniger als 100 Mill. Dollar zu erwarten.

Preussag-Titel waren die größten Verlierer mit einem Abschlag von 3,5 % auf 27,50 ?. Konzern-Chef Michael Frenzel sagte nach der Vorlage von Quartalszahlen, er sei skeptisch, ob 2001 die ursprünglich beabsichtigte Steigerung des Ergebnisses aller Sparten um 20 % auf 900 Mill. ? noch erreichbar sei. Dennoch werde das Vorjahres-Rekordergebnis signifikant übertroffen. Ein Händler sagte, die Unsicherheit der Branche laste auf der Aktie.

Am Neuen Markt stieg die Aktie von T-Online um mehr als 13 % auf 12,89 ?. Europas größter Internet-Anbieter hatte mitgeteilt, in seinem Kerngeschäft zwei Quartale früher als bislang erwartet auf operativer Basis die Gewinnzone erreicht zu haben.

Vor Börsenbeginn in den USA hatte das US-Arbeitsministerium einen Anstieg der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 24. November 2001 veröffentlicht, was Händler negativ aufnahmen. "Das zeigt an, dass wir möglicherweise doch nicht so schnell mit einer Erholung der US-Konjunktur rechnen sollten", kommentierte ein Händler. Das US-Handelsministerium hatte daneben einen deutlich gestiegenen Auftragseingang für langlebige Güter im Oktober bekannt gegeben. Volkswirte erklärten, die Daten seien allerdings nicht sehr aussagekräftig.

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