Münchener Rück und Hypo-Vereinsbank werden über Aktientausch eingebunden
Allianz will Dresdner übernehmen

Der Allianz-Konzern plant die vollständige Übernahme der Dresdner Bank. Dadurch stärkt das Haus den Vertrieb und die Vermögensverwaltung. Die Dresdner soll nicht zerschlagen werden.

HB FRANKFURT/M. Die Allianz will die Dresdner Bank übernehmen. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, versucht der größte europäische Versicherer mit Hilfe eines Aktientausches zwischen der Münchener Rück und der Hypo-Vereinsbank die Mehrheit an der drittgrößten deutschen Bank zu gewinnen. Im Gegenzug werde die Allianz ihre Anteile an der Hypo-Vereinsbank von fast 14 % dem Münchener Konkurrenten überlassen. Die Gespräche stünden kurz vor dem Abschluss, eine Einigung werde bereits am Wochenende erwartet. Die Deutsche Bank agiere als Exchange-Agent, sie nimmt die Abwicklung der Transaktion vor. Dresdner Bank und Allianz lehnten gestern Abend jeden Kommentar ab.
Die Versicherungskonzerne stehen seit mehr als einem Jahr in Verhandlungen über die Verminderung ihrer gegenseitigen Überkreuzbeteiligungen. Derzeit sind beide Institute an der Hypo-Vereinsbank und an der Dresdner Bank beteiligt. Die Versicherer wollen auch ihre Anteile aneinander von knapp 25 % auf 20 % reduzieren.

Wie zu hören ist, rückt Bernd Fahrholz, derzeit Sprecher der Dresdner Bank, in den Vorstand der Allianz auf. Er bleibe zudem Vorstandssprecher der Dresdner Bank. Wie es heißt, habe er in den Verhandlungen der vergangenen sechs bis acht Wochen Bedingungen für eine Übernahme ausgehandelt: So werde die Dresdner Bank nicht zerschlagen. Die Gefahr hat nach Ansicht von Marktbeobachtern durchaus bestanden: Die Allianz hat ein großes Interesse am Vertriebsnetz der Dresdner und ihrer Asset-Management-Gesellschaft Deutscher Investment Trust (DIT). Sie will auch das Firmenkundengeschäft behalten. Dieses gilt als wichtiger Baustein, um bei der betrieblichen Altersvorsorge in Zukunft mitspielen zu können.

Investmentsparte ist für Allianz nicht von Interesse

Weniger interessant sind für die Allianz dagegen die Aktivitäten im Investment-Banking. Dresdner Kleinwort Wasserstein wird dem Vernehmen nach rechtlich selbstständig, soll aber vorerst nicht verkauft werden. Als Vorstand ist Leonhard Fischer im Gespräch. Angedacht ist zudem, die Gesellschaft an die Börse zu bringen.

Wie es heißt, kommt die Allianz für die Übernahme relativ problemlos auf eine einfache Mehrheit von mehr als 50 %. Offiziell besitzt sie derzeit gut 20 % an der Dresdner, am Markt wird jedoch ein höherer Anteil vermutet. Über zwei beteiligte Holding-Firmen, die FGF Frankfurter Gesellschaft für Finanzwerte und die Vermo Vermögensverwaltungsgesellschaft, könne die Allianz zudem auf gut 20 % der Dresdner-Anteile zugreifen. Die Münchener Rück besitzt rund 5 % an der Dresdner. Hier wird am Markt ebenfalls über indirekte Beteiligungen ein höherer Anteil vermutet. Um freie Hand zu haben, strebt die Allianz aber die komplette Übernahme der Dresdner an. Sie werde den freien Aktionären in der kommenden Woche ein Übernahmeangebot machen, heißt es im Markt. Dabei rechnen Bankenkreise mit einer Bezahlung der angebotenen Aktien aus den stillen Reserven in zweistelliger Milliardenhöhe.

Das Geschäft birgt steuerrechtliche Tücken. So besteht erst ab dem kommenden Jahr die Möglichkeit, Beteiligungen steuerfrei zu veräußern. Es wird daher damit gerechnet, dass die Allianz den Verkauf der Beteiligungen zunächst über Optionen und Leihgeschäften mit Wertpapieren strukturiert. Die Hypo-Vereinsbank werde künftig keine Versicherungspolicen der Allianz vertreiben. Sie konzentriere sich auf die zur Münchener Rück gehörende Ergo-Versicherung.

Kommentar:


Aller guten Dinge sind drei

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%