Münchener Rück und Irak-Krieg belasten
Finanztitel vermasseln den Handel in Frankfurt

Ein erneuter Kurseinbruch des Index-Schwergewichts Münchener Rück und die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen eines langwierigen Irak-Kriegs haben den Deutschen Aktienindex am Freitag deutlich ins Minus gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Der weltgrößte Rückversicherer hatte zuvor wegen zu erwartenden Abschreibungen einen Verlust für das laufende Quartal nicht ausgeschlossen. Zudem erfuhr Reuters aus Marktkreisen, dass die Investmentbanken Goldman Sachs und HSBC Securities die Gewinnprognosen, beziehungsweise die Einstufung der Aktien, gesenkt haben. Kräftig zulegen konnten dagegen der Nebenwert Puma.

Die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende schwand am Markt weiter. Der britische Premierminister Tony Blair sagte in einem Interview mit dem Rundfunksender BBC, dass der Krieg in Irak Zeit brauche und "harte und schwierige Momente" bevorstünden. Zudem plant das US-Militär nach Angaben aus Regierungskreisen, die Zahl der Invasionstruppen fast zu verdoppeln.

Renten und Gold gefragt

Der Dax schloss am Freitag 2,5 % tiefer bei 2520,84 Zählern, und verlor damit in der abgelaufenen Woche per Saldo 7,2 %. Der Nebenwerte-Index MDax fiel am Freitag um 1,2 % auf 2801,42 Punkte. Der Technologie-Index TecDax gab 0,5 % auf 338,76 Zähler ab. An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,7 % tiefer bei 8143 Stellen, während der Nasdaq-Index 0,6 % auf 1376 Punkte verlor.

Der US-Dollar gab ebenfalls nach. Der Euro lag zuletzt bei 1,0791/94 Dollar, nachdem er zuvor mit 1,0801 Dollar den höchsten Stand seit Kriegsbeginn markiert hatte. Im Gegenzug legten die in Krisenzeiten als sichere Anlage geltenden Renten und das Edelmetall Gold zu.

Münchener Rück Verlierer des Tages

Mit einem Minus von 12,4 % auf 59,12 ? lagen die Aktien der Münchener Rück an der Spitze der Dax-Verlierer, nachdem sie am Vortag wegen enttäuschender Geschäftszahlen bereits mehr als zehn Prozent ihres Wertes eingebüßt hatten. "Basierend auf Informationen aus der Telefonkonferenz vom Donnerstag hat die Münchener Rück einen Nettovermögenswert von 38 ? je Aktie, was bedeutet, dass die Titel derzeit mit einem Aufschlag von 70 % gehandelt werden, während beispielsweise die Swiss Re nur einen Aufschlag von 25 % hat", sagte ein Händler.

Die Touristikwerte verbuchten ebenfalls starke Verluste. Die Titel von Lufthansa und Tui fielen um gut sieben Prozent auf 9,05 ? beziehungsweise um 4,5 % auf 8,04 ?. Händlern zufolge litten die Unternehmen unter Stornierungen im Zusammenhang mit der hochansteckenden Lungenkrankheit SARS. Zudem hatte die größte australische Fluglinie Qantas ihre Gewinnprognose gesenkt.

Puma im Aufwind

Im MDax kletterten die Titel von Puma um knapp elf Prozent auf 76,50 ?. Der Sportartikel-Hersteller will sein bisher lizenziertes Japan-Geschäft zukünftig selbst leiten. Die Herzogenauracher erhoffen sich davon ein Umsatz- und Gewinnplus. "Der Rückkauf der Lizenz ist entscheidend für die Kontrolle über die Marke", sagte der Analyst Gavin Finlaysson von der Commerzbank. Er halte die nun angehobenen Geschäftsprognosen für Japan für konservativ.

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