Münchener Rück unter Druck
Dax rettet sich ins Plus

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Donnerstag unterstützt von den US-Börsen leicht im Plus geschlossen. Im Blickpunkt des Interesses standen die Papiere der Münchener Rück, die nach enttäuschenden Geschäftszahlen und einer Bonitätsherabstufung mehr als zehn Prozent an Wert verloren.

Reuters FRANKFURT. Der Dax ging mit einem leichten Plus von 0,18 % bei 2 584 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich hatte er 2,6 % im Minus gelegen, erholte sich dann aber wieder im Zuge der wieder anziehenden US-Märkte. In den USA tendierten zu Börsenschluss in Frankfurt alle drei wichtigen Indizes kaum verändert, nachdem sie zeitweise deutlich im Minus gelegen hatten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones lag 0,12 % im Minus bei 8 214 Stellen, der technologielastige Nasdaq-Index gab 0,03 % auf 1 386 Punkte nach und der breiter gefasste S&P-500 notierte unverändert bei 869 Zählern. Der Dax reagiert seit langem, vor allem im umsatzarmen späten Handel, überproportional stark auf Bewegungen an den US-Märkten.

Irak-Krieg weiter im Blick

Das beherrschende Thema am Markt bleibe aber der Irak-Krieg, sagten Händler. Weitgehend enttäuschte Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende lasteten auf der Stimmung. Einem Zeitungsbericht zufolge sind US-Militärs davon überzeugt, dass sich die Kämpfe noch monatelang hinziehen werden. "Wir müssen einsehen, dass das immer mehr nach einem möglicherweise lang anhaltenden Problem aussieht", sagte Nigel Cobby, Leiter des europäischen Aktienhandels bei JP Morgan. Eine Woche nach Kriegsbeginn haben die US-geführten Truppen im Norden des Irak am Donnerstag eine zweite Front vorbereitet. Die Verbände aus dem Süden rückten weiter gegen die irakische Hauptstadt Bagdad vor.

Der Rohöl-Preis kletterte kräftig. Bei einem langwierigen Krieg befürchten Anleger Engpässe in der Lieferversorgung. Daneben sorgte Händlern zufolge aber auch der Produktionsausfall im Förderland Nigeria für den Preisanstieg. So kostete ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent mit 26,80 Dollar 1,51 Dollar mehr als am Vortag.

Mit einem Minus von über zehn Prozent auf 67,48 ? lagen die Aktien der Münchener Rück an der Spitze der Dax-Verlierer. "Das Ergebnis ist schlechter als erwartet und es sieht aus, als ob sie in größeren Schwierigkeiten stecken als wir dachten", kommentierte Andrew Goodwin, Analyst bei Commerzbank Securities in London, die Zahlen. Der weltgrößte Rückversicherer hatte 2002 einen Überschuss von 1,1 Mrd. ? erzielt. Von Reuters befragte Analysten hatten jedoch im Schnitt mit 1,86 Mrd. ? gerechnet. Zudem belaste die Senkung der Langfristratings durch Standard & Poor's, hieß es.

Linde-Papiere profitieren von Ausblick

Die Aktien von Linde gewannen 4,3 % auf 28,12 ?. Zuvor hatte der Industriegase- und Gabelstapler-Hersteller für 2003 einen operativen Gewinnsprung angekündigt. Der Schuldenabbau werde auf Grund von Investitionen aber geringer ausfallen als ursprünglich geplant. Wie bei Fresenius Medical Care (FMC), dessen Papiere 4,62 % auf 48,00 ? gewannen, profitiere Linde auch von der Flucht in defensive Werte, sagten Händler. Defensive Werte sind Unternehmen, die ein sehr konstantes Geschäft betreiben und nicht so starken Schwankungen unterliegen wie zum Beispiel Technologieaktien. Im TecDax legten die Papiere des Windenergiespezialisten Nordex auf Grund von Übernahmespekulationen bei hohen Börsenumsätzen um rund 41 % auf 1,20 ? zu. Nur sieben Aktien verzeichneten an diesem Tag auf Xetra höhere Umsätze als Nordex. Ein Firmensprecher sagte Reuters, das Unternehmen habe keine Informationen über ein mögliches Übernahmeangebot.

Der Index für mittelgroße Unternehmen MDax 0,34 % schwächer bei 2833 Punkten, der Technologieindex TecDax endete 1,7 % niedriger bei 340 Stellen.

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