Münchener Verlag erwartet für 2003 leichtes Umsatzplus und ein stabiles Ergebnis
Burda kommt gut durch die Krise

Das Münchener Verlagshaus Hubert Burda Media kommt vergleichsweise unbeschadet durch die schwere Medienkrise. Die meisten großen Unternehmen der Branche haben die Werbekrise schmerzhaft zu spüren bekommen.

cbu MÜNCHEN. Der Verlag, hinter der Bertelsmann - Tochter Gruner & Jahr die Nummer Zwei der Branche, rechnet für 2003 mit einem leichten Umsatzplus und einem konstanten Betriebsergebnis. Für 2004 wird kein nachhaltiger Konjunkturimpuls erwartet. Der Umsatz soll aber bei stabilem Gewinn weiter steigen, teilte das Unternehmen mit.

Die meisten großen Unternehmen der Branche, insbesondere die Verleger überregionaler Tageszeitungen, aber auch die Fernsehsender, haben zuletzt die Werbekrise in Deutschland schmerzhaft zu spüren bekommen. Burda blieb dagegen relativ unbeschadet. Offenbar entwickeln sich insbesondere die Titel "Focus", "Bunte" und "Freizeit Revue" gut. Die drei würden sich ein Rennen liefern, wer den höchsten Ergebnisbeitrag liefert, teilte Burda-Vize Jürgen Todenhöfer gestern in München mit. 2002 hatte die "Freizeit-Revue" einen zweistelligen Millionengewinn erzielt. Auch das ostdeutsche Blatt "Super-Illu" laufe gut. Verluste schreibt das Wirtschaftsmagazin "Focus Money".

Der Burda-Gesamtumsatz wird 2003 nach den jüngsten Berechnungen um um etwa 2 % auf 1,43 Mrd. Euro steigen, teilte der Konzern mit. Die Betriebsleistung, also inklusive internen Leistungen wie Druckaufträgen etc., liegt jetzt bei etwa 1,88 Mrd. Euro. 74 % des Umsatzes werden vom Verlag erwirtschaftet, 12 % mit Druckaufträgen, 8 % im Direktmarketing und 6 % mit neuen Medien. Burda ist unter anderem an der börsennotierten Tomorrow Focus AG beteiligt.

Das Betriebsergebnis sei 2003 stabil und in schwarzem Bereich, hieß es weiter. Der Konzern, der sich im Besitz der Familie Burda befindet, macht traditionell keine Angaben zur Ertragslage. Allerdings sind offenbar deutliche Sparmaßnahmen eingeleitet worden. Dies hätte "unter größtmöglicher Schonung der Redaktionen" vor allem den Verwaltungsbereich getroffen, teilte Burda dazu mit. Zu 2004 heißt es: "Falls der bisherige maßvolle, aber konsequente Sparkurs beibehalten wird, dürfte auch der Gewinn stabil bleiben."

Im vergangenen Jahr expandierte Burda vor allem im Ausland. So stiegen die Münchener zusammen mit dem Weltbild-Verlag ins Buchgeschäft in Russland ein. In Frankreich beteiligte sich Burda an dem Verlag Editions Nuit et Jour. Insgesamt wurden 2003 43 Titel neu eingeführt, dazu gehören unter anderem der "Playboy", der vom Hamburger Bauer-Verlag übernommen wurde, "Burda Home & Style" oder "Frau im Trend". 25 Titel wurden eingestellt. Insgesamt hat der Verlag jetzt 253 Titel in 22 Ländern im Portfolio.

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