Münchener zu einfallslos im Spiel nach vorne
Bayern nach Nulldiät auf Viertelfinalkurs

Mit einer unansehnlichen und schmeichelhaften Nullnummer bei Boavista Porto hat Titelverteidiger FC Bayern München Kurs auf das Champions League-Viertelfinale gehalten. Der deutsche Rekordmeister holte am Mittwoch in seinem dritten Zwischenrunden-Spiel trotz einer schwachen Vorstellung den angestrebten Punkt und blieb damit zum 15. Mal in Folge in der "Königsklasse" ungeschlagen.

dpa PORTO. Bei noch zwei Heimspielen aus den restlichen Begegnungen hat das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld aber alle Chancen, in die Runde der letzten Acht vorzudringen. In der Nachspielzeit hatte Sammy Kuffour in der langweiligen Partie sogar die Möglichkeit zum unverdienten Führungstreffer, traf aber per Kopf nur den Außenpfosten.

Hitzfeld setzte zwar auf die gleiche Anfangself wie beim 2:0-Sieg beim SC Freiburg, doch die trat längst nicht so entschlossen auf wie am Samstag. Die Bayern überließen vor 10 000 Zuschauern den Gastgebern die Initiative, scheuten die Zweikämpfe und hinterließen über 90 Minuten hinweg den Eindruck, als wollten sie mit minimalem Aufwand das torlose Remis über die Runden schaukeln.

Boavista war von Beginn an die aktivere Mannschaft, kam aber nur deshalb zu Chancen, weil sich die Bayern-Defensivkräfte einige haarsträubende Leichtsinnsfehler leistete. So "schenkte" Robert Kovac den Portugiesen in der dritten Minute einen Eckball, der fast zum 0:1 geführt hätte - Oliver Kahn parierte aber mit einem Reflex den Kopfball Nuno Frechaut.

Anschließend bescherte Willy Sagnol mit zwei Blackouts den Hausherren erstklassige Möglichkeiten. Den Treffer von Marcio Santos in der 21. Minute erkannte aber der slowakische Schiedsrichter Michel wegen Abseitsstellung des Brasilianers nicht an, 15 Minuten später rettete Bixente Lizarazu nach einem kapitalen Sagnol-Patzer in höchster Not vor dem einschussbereiten Serginho. Und in der 40. Minute holte Kahn einen Sanchez-Distanzschuss aus dem Torwinkel und verhinderte die durchaus verdiente Halbzeitführung der Portugiesen.

Die Bayern schafften es mit ihrer pomadigen Spielweise nicht, Druck zu entwickeln. Einfallslos versuchten sie es in der ersten Halbzeit mit langen Pässen, die aber keine Abnehmer fanden. Elber, Santa Cruz und Scholl machten keinen Stich - auch, weil sie keine Unterstützung aus dem Mittelfeld erhielten.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild nicht. Zwar sorgte Scholl zunächst in der 49. Minute mit einem von Ricardo parierten Freistoß für ein Ausrufezeichen, dann aber setzten die Münchner ihr Desinteresse an der Offensive fort. Selbst "Leitwolf" Stefan Effenberg machte keine Anstalten, das Team aus der Lethargie zu holen, und joggte stattdessen ebenfalls nur wenig effektiv über den Platz.

Boavista brachte nach knapp einer Stunde zwei neue brasilianische Stürmer und blieb weiterhin die bessere Mannschaft. Doch verfügte der Tabellenzweite der portugiesischen Meisterschaft nicht über die spielerischen Mittel, um die in der zweiten Halbzeit etwas konzentriertere Bayern-Abwehr zu überwinden.

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