Münsteraner sammeln Erfahrung mit der Speicherung von Patientendaten im Internet
Uniklinik richtet elektronische Gesundheitsakte ein

Eine elektronische Gesundheitsakte, mit der Patienten ihre medizinischen Daten im Internet selbst verwalten und weltweit von jedem Internetzugang aus abrufen können, hat jetzt das Institut für Medizinische Informatik und Biomathematik des Universitätsklinikums Münster in Betrieb genommen. In einem ersten Projekt wurde die Akzeptanz der neuen Informationstechnik in der Geburtshilfe und seit neuestem auch im Brustkrebs-Zentrum der Uniklinik getestet.

hsn DÜSSELDORF. Die elektronische Gesundheitsakte "akteonline" soll nach Vorstellung ihrer Entwickler den Menschen künftig von der Wiege bis Bahre begleiten. Dadurch dass ältere Untersuchungsergebnisse für den Patienten und den behandelnden Arzt jederzeit und an jedem beliebigen Ort verfügbar sind, ließen sich beispielsweise Doppeluntersuchungen vermeiden und Klinikaufenthalte verkürzen. Neben der Sammlung medizinischer Daten - von Blutdruckwerten bis hin zur Medikamenten-Unverträglichkeit - können in der elektronischen Gesundheitsakte auch Daten, wie beispielsweise Wellness-Informationen, Diäten oder krankengymnastische Hinweise, in der Datenbank hinterlegt werden.

Befürchtungen, dass mit den Informationen in der Datenbank der "gläserne Patient" geschaffen werde, weist Hans-Ulrich Prokosch, Professor am Institut für Medizinische Informatik und Biomathematik der Uniklinik, mit Nachdruck zurück. Die Sicherheit der Daten spiele eine zentrale Rolle, betont Prokosch. Der Patient habe die Datenhoheit und entscheide, wer auf die Daten zugreifen könne. So könne dem behandelnden Arzt ausdrücklich auch nur ein Teil der Daten zugänglich gemacht werden.

Als zusätzlichen Service bieten die Münsteraner einen Erinnerungsdienst per E-Mail für Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen. Außerdem sind unter www.akteonline.de Gesundheitsinformationen zu verschiedenen Themen abgespeichert. Seit diesem Monat wird die elektronische Gesundheitsakte auch vom Brustzentrum der Klinik angeboten. Gespeichert werden Untersuchungsergebnisse und Arztbriefe, die während der Behandlung an der Universitäts-Frauenklinik erstellt werden.

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