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Multi-Kulti-WG im Berliner Zoo mit vier Bären und acht Wölfen

Berlin (dpa) - Zwei mutige Bärinnen eroberten als erste das neue Revier ihrer Multi-Kulti-WG mit weißen Wölfen im Zoologischen Garten in Berlin. Der große Braunbär hatte keinen Mumm und trottete erst nach langem Zögern eher unwillig hinterher.

Berlin (dpa) - Zwei mutige Bärinnen eroberten als erste das neue Revier ihrer Multi-Kulti-WG mit weißen Wölfen im Zoologischen Garten in Berlin. Der große Braunbär hatte keinen Mumm und trottete erst nach langem Zögern eher unwillig hinterher.

Auf der anderen Seite tigerten die kanadischen Wölfe unruhig umher, als ihnen die massigen Petze scheinbar zu nahe auf den Pelz rückten. Zwischen den vier Bären und acht Wölfen war das Gitter der künftigen gemeinsamen Wohnanlage aus Vorsicht noch geschlossen.

Zoo-Direktor Jürgen Lange sagte zum Auftakt des Experiments am Pfingstsonntag: «Wir wollen kein Risiko eingehen und die Tiere ganz langsam aneinander gewöhnen.» In den nächsten Wochen dürfen die Wölfe dann das gesamte Areal erkunden, wenn die Bären eine Weile in Stallungen weggesperrt werden.

Für rund 1,1 Millionen Euro aus Spendengeldern ist ein mehr als 2500 Quadratmeter großes Terrain für beide Tierarten entstanden. Ein glucksender Bach mit sprudelnden Wasserfällen durchzieht das weitläufige Gelände. Hinter mächtigen Baumstämmen gibt es viele schattige Plätzchen und Verstecke. «Die Tiere können künftig viel aktiver sein», sagte der Zoo-Chef. Früher habe es zwei traditionelle Anlagen gegeben, auf denen die Bären oder die Wölfe für das Publikum «wie auf dem Silbertablett saßen». Diese konservative Form der Präsentation von Zoo-Tieren gehöre hier der Vergangenheit an.

«Schritt für Schritt soll das friedliche Zusammenleben gelernt werden», sagte Lange. Die Wölfe haben im Ernstfall einen Vorteil, denn sie haben eine Rückzugschance. In der Nähe des Baches gibt es zwei Tunnel und am alten Bärenfelsen einen weiteren Durchgang in das frühere Wolfsrevier. Die Schlupflöcher sind nur für die schlanken Wölfe passierbar.

«Ich bin aber optimistisch, dass es mit der Gemeinschaft gut klappt», sagte Tierarzt Andreas Ochs am Sonntag. Auch Bären-Experte Heiner Klös vom Zoo-Vorstand glaubt, dass das Risiko kalkulierbar ist. Laut Lange sind Erfahrungen ähnlicher Experimente in Schwerin, Eberswalde und Worbis ausgewertet worden. Dort vertrugen sich Bären und Wölfe ebenfalls im gleichen Revier. In der Wildnis sind sie nur Fress-Konkurrenten, wenn sie extrem hungrig sind. Diese Situation ist im Zoo nicht zu befürchten.

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