Multimedia Messaging Services
MMS ist in aller Munde

Das Versenden von schriftlichen Kurzmitteilungen (SMS) von Handy zu Handy ist ein Renner. Fast unermüdlich werden weltweit Texte mit bis zu 160 Zeichen an Freunde und Bekannte verschickt. Entertainment steht hierbei eindeutig im Vordergrund. Nun gibt es eine Erweiterung, die auf der Computermesse CeBIT in aller Munde ist: Der Multimedia Messaging Service (MMS).

DMEuro/vwd HANNOVER. Texte, Fotos und Filme können mit MMS in unbegrenzter Länge mobil versandt werden. Hierauf setzen Netzbetreiber und Service-Provider. Sie sehen neue Umsatzquellen, halten sich jedoch auf Anfrage der Agentur vwd mit Prognosen zurück. Alle verweisen aber einhellig auf die umfangreichen Möglichkeiten und die einfach Handhabung.

Wer allerdings die Multimedia Messaging Services nutzen will, benötigt entsprechend aufgepepptes Handys mit Farbdisplay, die auf der Messe als Neuheiten präsentiert werden. Wer diese Geräte einmal in der Hand hatte, finde sein Schwarz-Weiß-Display langweilig, heißt es überall. Der Bedarf bei den Usern scheint geweckt.

Analysten sind in ihrem Urteil etwas zurückhaltender. Sie stellen vor allem die Beurteilung des Mehrwertes in den Mittelpunkt: Schließlich würden Unternehmen auch auf den Nutzen jenseits von Spaß und Spielerei verweisen. MobilCom-Vorstandsvorsitzender Gerhard Schmid bezeichnet MMS sogar als "nächste Killerapplikation". Wer SMS möge, werde MMS lieben, lautet die Botschaft in Büdelsdorf.

Die ersten Anwendungen werden nach der Messe auf den Markt gebracht. Wieviel Umsatz damit realisiert werden soll, wird nicht verraten. Die Nutzung im Privatbereich steht den Angaben zufolge zunächst im Vordergrund. Analyst Marcus Sander von Sal. Oppenheim findet den Begriff "Killerapplikation" ungeeignet. Dieses Wort habe man bereits bei WAP vergeblich bemüht. Entscheidend für den Erfolg werde sein, welchen Mehrwert MMS den Anwendern liefere. Alles, was mit MMS möglich sei, könne gegenwärtig schon per PC realisiert werden. Einziger Vorteil von MMS sei derzeit die Mobilität.

Aus diesem Grund rechnet der Analyst damit, dass das Verschicken von Bildern und Tönen zunächst einmal ein Freizeitvergnügen sein wird. Dabei ist die Frage der Kosten noch nicht geklärt. Die Anbieter würden wahrscheinlich unterschiedliche Tarife vorlegen. Die Abrechnung erfolge wahrscheinlich nach Datenmenge und nicht wie bei SMS per Stück. Der Analyst geht davon aus, dass MMS etwas teurer sein werden als die traditionellen Kurzmitteilungen. Die Mobilfunkunternehmen würden dabei den Fokus auf Vertragskunden setzen, da hier die Abrechnung einfacher sei.

Die Telekom-Tochter T-Mobile will MMS Mitte des Jahres einführen. "Ich bin sicher, MMS wird nicht nur dem Messaging einen neuen Boom geben, wir werden damit auch eine ganz deutlich steigende Nutzung von GPRS erleben", sagte Rene Obermann, Geschäftsführungsvorsitzender von T Deutschland-Mobile GmbH. Das Unternehmen gibt aber auch keine Prognosen über erwartete Umsätze ab. Außerdem sei es zu früh, um Tarife für dieses wettbewerbsintensive Geschäft zu nennen, sagte eine Sprecherin.

Auch Viag Interkom will die neuen Dienste Mitte des Jahres einführen. Die MMS-Verbindungskosten werde der Absender einer Nachricht tragen, sagte Geschäftsführungsvorsitzender Rudolf Gröger. Eine Ausnahme bilde die Nutzung von Infoservices. Hier zahle der Empfänger für den Erhalt der angeforderten Information. Zur schnelleren Übertragung der Multimediainformationen werde vom Sommer an die GPRS-Technik genutzt, später dann der leistungsfähigere UMTS-Standard.

D2 Vodafone will ebenso vom Sommer an mit MMS an die Erfolge von SMS anknüpfen. Dazu würden zunächst drei bis vier MMS-fähige Geräte verschiedener Hersteller angeboten. Umsatzprognosen bezeichnete Geschäftsführungsvorsitzender Jürgen von Kuczkowski als sehr spekulativ. Daran wolle er sich nicht beteiligen. Über die Gestaltung der Tarife habe das Unternehmen noch keine Entscheidung getroffen, sagte er.

Ericsson rechnet damit, dass 2005 schon mehr MMS- als SMS-Nachrichten verschickt werden. Die von dem Unternehmen angebotenen Dienste sollen von Mitte des Jahres an in Europa verfügbar sein. Auf der CeBIT werden Endgeräte, Infrastrukturen und Applikationen gezeigt. Nach Angaben von Nokia werden 2003 die Mehrzahl der Handys MMS-Tools haben. Aus diesem Grund erwartet das Unternehmen unzählige Produktinnovationen.

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