Multimediafähigkeiten von WindowsCE
Mit dem PDA auf dem Golfplatz

Wenn Sie das nächste Mal auf dem Golfplatz sind und einen Spieler sehen, der plötzlich einen PDA aus der Tasche hervorzaubert und konzentriert auf das Display starrt, dann wird Ihnen vielleicht das Wort "Workaholic" in den Sinn kommen. Aber wahrscheinlich liegen Sie damit weit daneben!

Gast-Kolumne von Holger Bothmer, Director Mobility Consulting der B2motion GmbH.

Mit den Multimediafähigkeiten von WindowsCE haben die PDAs in verstärktem Maße das Spielen gelernt. Aber unser mysteriöser Golfspieler spielt weder PacMan noch Quake. Er spielt tatsächlich Golf. Doch wozu braucht er dabei einen PDA?

Die Antwort heißt EAGLE egp und ist eine neue Anwendung für WindowsCE. Das Kürzel egp steht für "electronic golf pilot". Das System besteht neben einem WindowsCE Taschencomputer und Software außerdem noch aus einer Navigationskomponente in Form eines GPS-Empfängers.

Wie soll nun so etwas beim Golfspielen helfen? Die Antwort ist ganz einfach: Eine Schwierigkeit beim Golfspielen ist das Abschätzen von Entfernungen. Auf der Driving Range kann man ermitteln wie weit man mit welchem Schläger spielen kann. Aber was hilft das, wenn man nicht weiß ob der kleine See vor einem 80, 100 oder 120 Meter entfernt ist?

EAGLE egp stellt die jeweilige Spielbahn als digitale Karte dar. Die aktuelle Position des Spielers wird (per GPS) ermittelt und in der Karte als Fadenkreuz dargestellt. Nun kann eine beliebige Position auf der Karte angetippt werden und die Software zeigt die Entfernung vom Standpunkt an. Will man schlagen, so schlägt das System auch gleich den passenden Schläger vor.

Dass die Schläge gezählt werden und die Scorecard für den Spieler und seine Mitspeiler geführt werden kann ist selbstverständlich. Aber das System kann noch mehr: Dadurch, dass alle Schläge mit einer ganzen Reihe von zusätzlichen Informationen aufgezeichnet werden, lassen sich anschließend umfangreiche Statistiken und Auswertungen berechnen. Diese geben Aufschluss über Stärken und Schwächen des Spielers und helfen dadurch die richtigen Ansatzpunkte für eine Spielverbesserung zu finden. Hier zeigt sich ganz deutlich, welche Schläger und Schlägertypen bevorzugt oder welche gar nicht benutzt werden, welcher Schläger die meisten Fehlschläge produziert oder wo die Schlaglänge nicht ins Bild passt.

Wer kann nun so ein Gerät gebrauchen? Der Nutzen für jemanden, der seit zehn Jahren immer und ausschließlich auf seinem heimischen Platz spielt ist eher begrenzt. Wer aber reist und häufig auf fremden, unbekannten Golfplätzen spielt, der wird die Unterstützung durch EAGLE egp sehr zu schätzen wissen. Will man sein Spiel verbessern, so ist jedes Mittel, das das eigene Spiel besser verstehen und analysieren lässt eine große Hilfe. Auch hier ist EAGLE egp ein willkommenes Werkzeug und wird zukünftig von Verbandstrainern zu diesem Zweck eingestzt.

Technisch interessant ist, dass die Hardware-Basis aus ganz normalen Komponenten besteht, wie sie für eine Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz kommen kann. Außerhalb des Golfgeländes kann der PDA wie üblich zum Verwalten von Adressen, Terminen und Notizen verwendet werden. Das Betriebssystem PocketPC 2002 (WindowsCE) stellt sicher, dass die Synchronisation mit dem PC gewährleistet ist und dass unterschiedlichste Anwendungen installiert werden können. Zusammen mit dem GPS Empfänger hat an einen vollständigen Routenplaner. Anders als im Auto kann man dieses Gerät aber mitnehmen und so auch zu Fuß in einer fremden Stadt seinen Weg finden.

Weitere Möglichkeiten ergeben sich im Zusammenspiel mit einem Handy. Das geht per Kabel, Infrarotschnittstelle, BlueTooth oder als integrierte Lösung mit einem so genannten SmartPhone, einer Kombination aus PDA und Handy, wie z.B. dem Siemens SX45. Email oder Internetzugriff sind nur zwei der Möglichkeiten.

Im Zusammenspiel mit EAGLE egp ist in Zukunft die vollständige Begleitung durch den persönlichen, digitalen Assistenten denkbar: Vom Routing im Auto zum nächsten (unbekannten) Golfplatz, Buchung der Tee-Zeit per Internet im Voraus, Golfspiel mit dem EAGLE egp, Reservieren des Tisches im Restaurant im Anschluss an das Spiel oder des Hotelzimmers für die Nacht.

Anwendungen dieser Art sind Möglich geworden durch die enorme Leistungssteigerung der PDAs in den letzten Jahren. Nicht nur Prozessorleistung und Speicherkapazität sind gewachsen. Auch sind beispielsweise die Displays so gut geworden, dass auch bei Tageslicht farbige Bildschirmdarstellungen in hoher Auflösung möglich wurden. Eine besondere Bedeutung kommt den Schnittstellen zu. Waren früher nur serielle Schittstellen vorhanden, so gehört heute IrDA (Infrarot) zum Standard. BlueTooth breitet sich immer weiter aus und mit Compact Flash und SD sind die Erweiterungen ebenfalls standardisiert. Ergänzt wird dies durch Netzwerktechnologien die außer BlueTooth die Kommunikation über Wireless LAN und Mobilfunktechnologien von GSM über GPRS bis hin zu UMTS ermöglichen.

Die Verfügbarkeit all dieser Möglichkeiten bei steigender Leistungsfähigkeit ermöglicht in Zukunft viele spannende Anwendungen. EAGLE egp ist eine davon. Weitere werden folgen, mit manchen werden Leute auf dem Golfplatz auftauchen, mit manchen woanders ...

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