Multimediale Botschaften elektrisieren die Mobilfunkbranche
Videoclips und bunte Bilder braucht das Land

SMS ist schon bald Schnee von gestern. Heute gibt es neue Möglichkeiten. Multimedia Messaging Service, kurz MMS, heißt die Technologie, die sich für die Übertragung von Tönen und flotten Bildern eignet.

HB DÜSSELDORF. Der Short Message Service (SMS) hat sich zum absoluten Kassenschlager entwickelt, und ein Ende des Booms ist derzeit nicht abzusehen. Werden derzeit in Westeuropa jährlich knapp 200 Milliarden SMS versandt, sind es nach einer Prognose der renommierten Unternehmensberatung Frost & Sullivan im Jahr 2006 bereits 365 Mrd. Deutschland mit seinen rund 60 Millionen Handy-Besitzern bildet dabei einen der Kernmärkte. Dank ihrer schnellen Verfügbarkeit und Anwenderfreundlichkeit biete die Technologie Netzbetreibern, Content-Entwicklern und Wirtschaftsunternehmen eine optimale Ausgangsbasis für einen drahtlosen Zugang zum Konsumenten, meint F & S-Analystin Allison Webb.

Die Kurznachricht werde dabei als Sprungbrett in die nächste Generation von Multimediadiensten und-anwendungen dienen. Denn die technische Entwicklung geht weit über das Versenden der auf 160 Zeichen limitierten SMS hinaus. Bereits der Enhanced Messaging Service (EMS), der auf das etablierte GSM-Netz aufsetzt, lässt die Erstellung wesentlich längerer und formatierter Textnachrichten sowie das Einbinden animierter Grafiken zu. Einsatzmöglichkeiten sind zum Beispiel Gewinnspiele, Votings oder Multi-User-Games.

Größere Hoffnungen setzen Betreiber und Inhaltsanbieter indes in den Multimedia Messaging Service (MMS), über den auch multimediale Botschaften wie Bildpostkarten oder Videoclips per Handy versendet werden können. Auf Grund seines Bandbreitenhungers wird MMS zwar erst mit dem neuen Mobilfunkstandard UMTS zum Zuge kommen, der mobilen Nachrichtenübertragung nach Ansicht der Gartner Group dann allerdings noch einmal ein immenses Wachstum bescheren und die Einnahmen der Mobilfunkbetreiber "auf lange Zeit hin sichern". Bis 2004, glaubt Gartner-Analyst Ben Wood, könnten mit Hilfe von MMS in Westeuropa bereits 23 Mrd. Euro umgesetzt werden.

Derlei Verheißungen haben Netzbetreiber und Content-Entwickler förmlich elektrisiert. Als CRM-Tool, meint Ingo Griebl vom Marketingspezialisten 12snap Germany, sei das Handy geradezu prädestiniert. "Die Nutzer sind sofort identifizierbar, es ist kosteneffizient und auch bei Massenkontakten personalisierbar." Auch Norbert Gerhards, Geschäftsführer der Kölner Debitel-Tochter Midray, sieht in der zielgerichteten, drahtlosen Kommunikation ein "ideales Instrument zur Kundengewinnung und-bindung". Dem Verbraucher könnten so schließlich alle gewünschten Informationen maßgeschneidert sowie zeit- und ortsunabhängig zugänglich gemacht werden. Schon jetzt nutze jeder sechste Deutsche SMS-Infokanäle für Wetter-, Börsen- oder Sportnachrichten.

Anfangs als reiner ISP gestartet, präsentiert sich Midray heute als "führender Anbieter für Mobile Business Solutions". Dazu zählen netzübergreifende Connectivity, mobile Dialoglösungen für CRM und Marketingmaßnahmen sowie das Angebot netzunabhängiger, mobiler Unternehmenslösungen. Das Geschäftsfeld, erklärt Gerhards, unterteile sich in die drei Bereiche Infrastructure-based Services (IBS), Customer Interaction Services (CIS) und Mobile Enterprise Solutions (MES).

Dabei umfasst der Bereich IBS alle technischen Dienstleistungen einschließlich der Bereitstellung von Connectivity, Gateway und Hostingplattform bei höchster Servicequalität. Customer Interaction Service meint alle interaktiven mobilen Dialoglösungen. Dazu gehören etwa das Bereitstellen einer Dialogplattform und Content, die Datenanalyse sowie das Reporting mit dem Schwerpunkt in der Medien- und Entertainmentbranche. Der Bereich MES schließlich ziele auf die Optimierung von Unternehmensprozessen ab mit mobilen Lösungen für eine effektive Einsatzplanung von Außendienstmitarbeitern. Im Kampf um die Fleischtöpfe des Mobile Business sieht Gerhards sein Unternehmen jedenfalls gut aufgestellt. Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern könne Midray netzübergreifend und auch in Auslandsnetze hinein agieren.

Quelle: Handelsblatt

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