Murdoch hat weiter Interesse
Insolvenzantrag für Pay-TV lässt Premiere kalt

KirchPayTV, die Dachgesellschaft des Abosenders Premiere, hat beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte ein Gerichtssprecher am Mittwoch mit.

shr/dpa/ap/reuters/vwd MÜNCHEN. Der Bezahlsender Premiere, der zur Kirch Pay-TV gehört, soll aber von dem Insolvenzantrag verschont bleiben. Ein Premiere-Sprecher sagte: "Wir werden definitiv weiter senden."

Daneben haben auch die Tochterunternehmen PayTV Rechtehandels GmbH & Co KG, Premiere BeteiligungsGmbH sowie BetaDigital Gesellschaft für digitale Fernsehdienste mbH wegen Zahlungsunfähigkeit und teilweise wegen Überschuldung einen Insolvenzantrag gestellt. Darüber hinaus werde im Laufe des Tages auch die Kirch Marketing Services GmbH einen entsprechenden Antrag einreichen, teilte der der PayTV-Sender Premiere mit.

Ab Mitte Juni wird es für Premiere knapp

Premiere hat nach den Worten Koflers mindestens bis Mitte Juni genug Geld für den Fortbestand. In den nächsten Wochen werde Premiere mit den Lieferanten von Film- und Sportrechten über eine drastische Kostenreduzierung verhandeln und konkrete Ergebnisse bis Mitte Juni vorlegen, sagte Kofler in einem Reuters-Interview. "Bis dahin reicht das Geld, dann wird es aber ein bisschen enger", sagte er.

"Jetzt geht es bei Premiere erst richtig los", sagte Kofler. Durch massive Kosteneinsparungen und Umstrukturierungen solle Premiere attraktiv für Investoren gemacht werden. Einen Vertrauensverlust der Abonnenten durch den Insolvenzantrag für die Muttergesellschaft KirchPayTV befürchtet Kofler nicht. Trotz der monatelangen Spekulationen über eine Insolvenz von Premiere seien in den vergangen Monaten weniger Kunden abgesprungen als sonst. Die Kündigungsrate werde im ersten Halbjahr voraussichtlich unter 17 Prozent liegen. Im ersten Halbjahr 2001 hätten noch 23 Prozent ihre Verträge gekündigt.

Großes Interesse an Premiere hat immer noch Rupert Murdoch, der über den britischen Sender BskyB mit 22 Prozent an Kirch Pay-TV beteiligt ist. "Das wäre für mich auch die ideale Lösung für Fußball und Pay-TV in Deutschland", meint Ingo Süßmilch, Finanz- und Fußballexperte bei der WGZ-Bank. "Er hat die nötige Erfahrung, den richtigen Inhalt - und Premiere bliebe als Sender erhalten." Auch mit dem Bertelsmann-Konzern laufen nach Angaben aus Branchenkreisen Gespräche.

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