Murdoch noch nicht aus dem Rennen
Neue Hoffnung für Premiere

Die Verhandlungen um die Zukunft des Bezahlsenders Premiere bleiben spannend. Eine Insolvenz erscheint zunehmend unwahrscheinlich.

AP/dpa FRANKFURT AM MAIN. Bei den Verhandlungen um den Pay-TV-Sender Premiere bietet der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch nach Informationen der "Welt am Sonntag" 600 Millionen Euro. Auch die Banken hätten ihre Bereitschaft signalisiert, sich an der Sanierung des Senders finanziell zu beteiligen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise. Eine Insolvenz der Premiere-Muttergesellschaft KirchPayTV sei "extrem unwahrscheinlich". Dazu müsste "in den nächsten Tagen alles schief gehen", wird ein an den Verhandlungen beteiligter Manager zitiert. Murdoch werde auf jeden Fall die Mehrheit halten.

Die britische Zeitung "Sunday Times", die Murdoch selbst gehört, berichtete hingegen, Murdoch erwäge, Premiere zu übernehmen, wolle aber kein weiteres Geld investieren. "Das Entscheidende ist, zu versuchen, unser ursprünglich investiertes Geld zurückzubekommen. Wenn es einen Weg gibt, etwas dadurch zu bekommen, dass man die Führung des Unternehmens übernimmt, dann werden wir das tun, aber wir werden kein neues Geld hineinstecken", wurde eine ranghohe Quelle bei Murdochs britischem Sender BSkyB zitiert.

Unterdessen entbrannte bei Premiere nach dpa-Informationen ein Streit zwischen Sanierern und dem Management.

Die Kirch-Sanierer um Wolfgang van Betteray hätten Premiere - Geschäftsführer Georg Kofler zu einem raschen Insolvenzantrag drängen wollen, verlautete aus Kreisen in München. Sie hätten dabei mit Druck nach dem Motto "Da ist der Vertrag, hier ist der Füller" gehandelt. Die Sanierer hätten offenbar versucht, handstreichartig die Kontrolle über den gesamten Konzern zu übernehmen, hieß es. Nach Einschätzung von Branchenkreisen könnte es bald auch zu Auseinandersetzungen über die Gültigkeit von Forderungen der KirchMedia an Premiere kommen.

Auch ein entsprechender Antrag der Premiere-Mutter KirchPayTV war von van Betteray vor laufenden Kameras angekündigt worden. Premiere hatte dies jedoch umgehend zurückgewiesen.

Bei der Ermittlung des gesamten Kapitalbedarfs von Premiere gehe der Sender von Preisnachlässen der Bundesliga und der Hollywood-Studios von 50 Prozent aus, schreibt die Zeitung. Für die Vereine fielen damit geplante Einnahmen von 150 bis 200 Millionen Euro weg.

Der Axel-Springer-Verlag geht unterdessen nach Informationen von "Focus" davon aus, dass die Deutsche Bank in der kommenden Woche ihren dem Kirch-Konzern gewährten Kredit in Höhe von rund 700 Millionen Euro fällig stellen wird. Er ist mit Kirchs 40-prozentigem Aktien-Anteil am Springer-Verlag besichert. Als Folge würde dieses Aktienpaket in die Insolvenz-Masse der KirchMedia einfließen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%