Murdochs Einstieg als Gesellschafter nicht ausgeschlossen
Kogel soll sich bei Kirch Media ums Showbiz kümmern

Reuters MÜNCHEN. Der bisherige SAT.1-Chef Fred Kogel soll sich als neues Mitglied in der Geschäftsführung der Kirch Media GmbH & Co vor allem um die Entwicklung neuer Fernsehshows kümmern. Wie der stellvertretende Vorsitzende der Kirch Media, Jan Mojto, heute in einem Reuters-Interview sagte, sollen Shows zu einem weiteren Schwerpunkt der Kirch Media werden, die in der Kirch-Gruppe für werbefinanziertes Fernsehen, Rechtehandel und Programm zuständig ist. Dieter Hahns Ausscheiden als stellvertretender Geschäftsführer der Kirch Media, das am Samstag bekannt geworden war, komme keineswegs überraschend, sagte Mojto. Da Hahn in der Dachorganisation Kirch Holding bereits für Kommunikation, Multimedia, Sport und Bezahlfernsehen zuständig sei, handele es sich um einen "logischen und sachgerechten Schritt", der schon länger geplant gewesen sei.

Die personelle Neuordnung bei Kirch Media geht weiter

Mojto hat in der Kirch Holding die Gesamtverantwortung für Kirch Media und wird dementsprechend den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden bei Kirch Media von Dieter Hahn übernehmen. Wie bisher bleibt er für das Programm verantwortlich. Kogel werde für das Lizenzmanagement, die Programm-Betreuung der Senderfamilie ProSiebenSAT1 Media AG und den strategischen Ausbau der Showproduktion zuständig sein, hieß es. Vorsitzender der Kirch Media wird Firmengründer Leo Kirch. Die personelle Veränderung sei die logische Konsequenz aus der bereits im Sommer vollzogenen Neuordnung der Verantwortlichkeiten in der Kirch Holding, sagte Mojto. Man habe allerdings zunächst nach einem zweiten Mann für Kirch Media suchen müssen und deshalb mit der personellen Umstrukturierung noch gewartet.

Kogel ist bei Kirch Media der Mann für neue Shows

Die strategische Ausrichtung der Kirch Media auf werbefinanziertes Fernsehen, Programm und Rechtehandel bleibe auf jeden Fall bestehen, sagte Mojto. "Allerdings werden sich sicher die Akzente verschieben", fügte er hinzu. Shows würden für die Sender immer wichtiger und Rechte für Showformate für Fernsehen und Internet seien mittlerweile zu einer bedeutenden Handelsware geworden. Deshalb werde auch Kirch Media Konzepte für neue Shows entwickeln. "Kogel ist dafür der ideale Mann", sagte Mojto. Er habe einen breiten Gestaltungsspielraum und könne alles machen, "was Erfolg versprechend und finanzierbar ist".

Weiterhin müsse Kirch Media auf Grund der überhitzen Preise auf dem Film- und Fernsehmarkt schon beim Programmeinkauf stärker noch die Nachfrage der Sender berücksichtigen, erläuterte Mojto. "Wir müssen uns heute und in Zukunft besser überlegen, was erwerben wir und zu welchen Bedingungen und wie kann es ausgewertet werden", fügte er hinzu. Er sehe Kirch Media zunehmend als Dienstleister mit Servicecharakter.

Börsengang läuft wie geplant

An den Plänen, Kirch Media bis Ende 2001 an die Börse zu bringen, hat sich nach Mojtos Worten nichts geändert. "Ich bin überzeugt, dass die Kirch Media im Falle eines Börsengangs auf großes Interesse bei den Anlegern stoßen wird", sagte er. Mindestens 20 % der Anteile sollten an die Börse gebracht werden, die Kirch Holding aber auf jeden Fall die Mehrheit behalten. Nach der vor einer Woche vollzogenen knapp 2,5-prozentigen Beteiligung des italienischen Medienkonzerns Mediaset an der Kirch Media hält die Dachorganisation noch 79,1 %.

Den Einstieg eines weiteren Gesellschafters schloss Mojto nicht aus. "Es ist noch ein bisschen Platz für höchstens noch einen", sagte er. Zu Spekulationen, der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch wolle auch bei Kirch Media einsteigen, sagte Mojto, das hänge von dem Interesse Murdochs ab. Murdoch, Kirchs Partner beim Bezahlfernsehen Kirch Pay TV, sei bereits ein wichtiger strategischer Partner. Im Falle seines Interesses würde man hierüber "ernsthaft nachdecken".

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