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Musharraf: Nicht die geringste Spur von Bin Laden

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat eingeräumt, dass seine Soldaten bei der Suche nach Terroristenchef Osama bin Laden an der Grenze zu Afghanistan völlig im Dunkeln tappen. Es gebe nicht die geringste Spur, sagte Musharraf in einem Interview mit der „Washington Post“.

dpa WASHINGTON. Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat eingeräumt, dass seine Soldaten bei der Suche nach Terroristenchef Osama bin Laden an der Grenze zu Afghanistan völlig im Dunkeln tappen. Es gebe nicht die geringste Spur, sagte Musharraf in einem Interview mit der "Washington Post".

Das einzige Ergebnis geheimer Operationen und Verhöre sei die Erkenntnis, "dass er (Bin Laden) lebt, aber zu sagen, wo er ist, wäre lediglich eine Mutmaßung, für die es kaum eine Basis gäbe".

Musharraf war am Samstag im Weißen Haus mit Präsident George W. Bush zusammengetroffen, der den Einsatz des pakistanischen Präsidenten und seiner Streitkräfte bei der Suche nach Terroristen ausdrücklich lobte. Musharrafs Militär sei "unglaublich aktiv und sehr mutig" vorgegangen, sagte Bush. Musharraf nannte er eine "entschlossene Führungspersönlichkeit" in dem Bestreben, den El- Kaida-Chef und andere Terroristen zur Verantwortung zu ziehen. "Ich bin sehr erfreut über seine Anstrengungen", sagte Bush wörtlich.

Das pakistanische Militär hatte vor kurzem eine Verringerung der Truppen angekündigt, die an der pakistanisch-afghanischen Grenze nach Bin Laden suchen. Noch am Freitag hatte Bush-Sprecher Scott Mcclellan gesagt, die US-Regierung glaube, dass Pakistan mehr tun könne, um Bin Laden zu fassen. In dem Interview der "Washington Post" sagte Musharraf, es könne keine Rede von einer Einschränkung der Jagd nach dem Terroristenführer sein. Die pakistanischen Sicherheitskräfte würden lediglich zum Teil neu positioniert.

Beide Präsidenten sprachen nach dem Treffen am Samstag vor Journalisten von einem "starken und guten Verhältnis" zwischen beiden Staaten. Die Politiker erörterten nach eigenen Angaben neben dem Antiterrorkampf auch die Lage im Nahen Osten nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Bush sprach von einer "Chance, in Richtung Frieden zu arbeiten" und versicherte, dass die Lösung des Nahostproblems zu den Prioritäten seiner zweiten Amtsperiode gehöre. Beide Politiker äußerten sich außerdem übereinstimmend zuversichtlich über Fortschritte bei der Verbesserung des angespannten pakistanisch-indischen Verhältnisses.

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