Muskulatur wird zerstört
Mediziner: Blitzopfer überleben nur selten

Menschen überleben Blitzschläge nach Angaben eines Mediziners nur selten. "Die meisten sterben an den Verbrennungen, oder das Herz steht durch den Stromschlag direkt still", sagte der Leiter des Schwerbrandverletztenzentrums Ludwigshafen, Prof. Günter Germann, in einem dpa-Gespräch.

HB/dpa LUDWIGSHAFEN. In den vergangenen zehn Jahren seien höchstens vier Blitzopfer lebend in seine Klinik gebracht worden. Am Wochenende waren bei Gewittern in Hessen eine Motorradfahrerin und ein Spaziergänger durch Blitze getötet worden.

Nach Darstellung von Germann verursachen Blitzschläge beim Menschen Verbrennungen, die noch schlimmer sind als die eines Starkstromschlages. Anders als bei einer normalen Verbrennung werde dabei nicht nur die Haut, sondern auch die Muskulatur zerstört. "Die Muskeln verkochen geradezu." Bei manchen Blitzopfern sei äußerlich gar nichts zu sehen, wenn der Blitzschlag den Herzstillstand zur Folge habe. "Das passiert zum Beispiel, wenn der Blitz direkt durch den einen Arm rein, durch den Brustkorb zum Herz, und am anderen Arm wieder herausgeht", erläuterte der Mediziner.

Die besten Chancen haben Menschen laut Germann, wenn sie per Zufall gut isoliert sind. Dazu könnten etwa Gummisohlen an den Schuhen oder beschichtete Regenkleidung beitragen. "Es sollte aber kein Spaziergänger glauben, in seinem "Friesennerz" sei er absolut sicher", warnte der Experte.

Insbesondere Fußballspieler, Golfer oder Bauern, die sich während eines Gewitters auf einem freien Feld bewegten, sind gefährdet. Spaziergänger sollten niemals unter Bäumen stehen. Während eines Gewitters sei es entgegen mancher Bauernregel unter Bäumen aller Art gefährlich: "Das Sprichwort "Eichen weichen, Buchen suchen", stimmt leider nicht", sagte Germann.

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