Musterhaus
Neue Kaderschmiede für IT-Sicherheitsexperten entsteht in Bochum

Die Universität Bochum reagiert auf die zunehmende Bedrohung durch Hacker und Viren mit der Gründung eines Instituts. Es soll eine weitere Anlaufstelle für Unternehmen sein, die Hilfe in Sicherheitsfragen suchen. Gleichzeitig wird dort der Nachwuchs ausgebildet, der Firmen vor Spionen und Viren schützt.

jös DÜSSELDORF. Professoren für Sicherheit in der Informationstechnik gibt es schon einige. Sie analysieren Viren und logische Bomben und basteln am Algorithmus für die Verschlüsselung von Daten. Dennoch sieht die Universität Bochum Bedarf für ein neues Institut. "Es werden nicht genügend Experten ausgebildet", sagt Mitinitiatorin Petra Henseler, "und die Wirtschaft braucht dringend welche." Zum Wintersemester nehmen drei Professoren ihren Lehrbetrieb auf und betreiben vor allem Grundlagenforschung. Sie sollen Viren knacken, Vorschläge für Gesetze zur Sicherheit im Netz und im E-Commerce unterbreiten, an Firewalls basteln und sich mit der Verschlüsselung von Datenpaketen beschäftigen.

Kooperieren wollen die Professoren und 15 Mitarbeiter vor allem mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Das Institut wird den Namen von Horst Görtz tragen, Aufsichtsratschef der Sicherheitsfirma Utimaco. Die von Görtz gegründete Horst-Görtz-Stiftung unterstützt das Bochumer Institut mit 8 Mill. DM. Studenten können dort einen Diplom-Abschluss in Eletrotechnik mit Schwerpunkt "Sicherheit in der Informationstechnik" machen; später soll der Abschluss zum international anerkannten Masterstudiengang erweitert werden.

Dem Institut wird die Gesellschaft für angewandte IT mbH-Sicherheit (GITS mbH) angegliedert. Gesellschafter sind die Universität Bochum, die Fernuni Hagen und Utimaco. Die Gesellschaft übernimmt Auftragsforschung, ist Anlaufstelle für die Firmen, die Lösungen für Sicherheitsprobleme suchen, und bietet Schulungen für Datenschutzbeauftragte und Netzadministratoren an.

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium unterstützt den Bau eines Musterhauses für die Firma mit 14 Mill. DM. Das Musterhaus, das ab November auf dem Campus der Bochumer Uni gebaut wird, ist mehr als Schulungsort und Firmensitz. Es ist gleichzeitig ein Demonstrationsobjekt. An ihm soll gezeigt werden, wie ein Haus in unterschiedlichen Bereichen unterschiedlich sicher konstruiert wird.

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