Mutmaßliche Anführerin in Frankreich gefasst
Schlag gegen ETA gelungen

Der Polizei ist in Frankreich ein Schlag gegen die ETA gelungen. Im Südwesten des Landes nahmen die Beamten am Wochenende sechs mutmaßliche ETA-Terroristen fest, unter ihnen die als "Militärchefin" geltende Ainhoa García Montero alias "Laia".

HB/dpa MADRID/BORDEAUX. Die 27-Jährige gehörte nach spanischen Presseberichten vom Sonntag zur Führungsspitze der ETA und soll zusammen mit zwei anderen ETA-Anführern die Terrorkommandos befehligt haben.

Der jungen Frau würden mindestens zwei Morde zur Last gelegt, teilte der spanische Innenminister Angel Acebes in Madrid mit. Sie wurde am Freitagabend zusammen mit drei Männern in Saintes gefasst. Am Samstag nahm die Polizei in Bordeaux zwei weitere mutmaßliche ETA-Mitglieder fest. "Der Kampf gegen die ETA ist in eine entscheidende Phase getreten", sagte Acebes. Der "operative Kern" der ETA sei schwer getroffen worden. Die sechs mutmaßlichen Terroristen seien bei ihrer Festnahme bewaffnet gewesen und hätten gefälschte Ausweispapiere bei sich gehabt.

Erstmals seit vielen Jahren kehrten zwei Führungsmitglieder von sich aus der ETA den Rücken. Nach Angaben der Zeitung "ABC" handelte es sich dabei um die gesuchten Terroristen José María Zaldúa Corta (53), dem mindestens 15 Morde zur Last gelegt würden, und Raúl Angel Fuentes Villota (35), der für vier Morde verantwortlich gemacht werde. Das Innenministerium in Madrid sah in dem Entschluss der zwei "Deserteure" ein Zeichen dafür, dass sich in den Reihen der ETA "Mutlosigkeit" breit mache.

Beide Männer sollen weiter im Untergrund in Frankreich leben. In der Vergangenheit waren ETA -"Deserteure" von der Organisation als Verräter ermordet worden. Der bekannteste Fall war der von Dolores González Katarain alias "Yoyes", der ersten Frau in der Führungsriege der ETA. Sie wurde 1986 von einem ehemaligen Komplizen in ihrem baskischen Heimatort Ordizia erschossen, nachdem sie sich vom Terrorismus losgesagt hatte.

In Bilbao demonstrierten am Samstag trotz eines Verbots Tausende von Basken gegen die Auflösung separatistischer Organisationen, die der illegalen Partei Batasuna nahe stehen. Die Polizei bezifferte die Zahl der Teilnehmer auf 15 000. Die autonome Regierung des Baskenlands hatte die Kundgebung untersagt. Die Polizei tolerierte jedoch den Protestmarsch und schritt nicht ein. Die Demonstration verlief ohne Zwischenfälle.

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