Mutmaßlicher Attentäter kam auch ums Leben
Hintergrund: 19 Menschen starben bei Anschlag in Djerba

Beim dem Brandanschlag auf eine Synagoge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba am 11. April sind 19 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 deutsche Touristen.

dpa TUNIS/BERLIN. 17 deutsche Urlauber wurden zum Teil schwer verletzt. Der Selbstmordattentäter raste mit einem mit Flüssiggas beladenen Kleinlaster in die Umfassungsmauer der Synagoge La Ghriba, die ein populäres Ziel für Touristen ist.

Die deutschen Brandopfer wurden zur Behandlung in heimische Spezialkliniken geflogen, wo mehrere von ihnen später ihren schweren Verbrennungen erlagen. Der mutmaßliche Attentäter, der in der südfranzösischen Stadt Lyon lebende Tunesier Nizar Ben Mohammed Nawar (24), kam offenbar bei dem Anschlag ums Leben. Sein Name wurde laut Bundesanwaltschaft in Karlsruhe in einem Bekennerschreiben genannt. Es wird vermutet, dass das Blutbad auf das Konto des Terrornetzwerks El Kaida geht.

Die tunesische Regierung, die zunächst darauf beharrte, es habe sich um ein Unglück gehandelt, räumte erst elf Tage nach der verheerenden Explosion ein, dass es doch ein Attentat gewesen sei. Bundesinnenminister Otto Schily sagte bei seinem Besuch am 22. April in Tunesien, es habe sich ohne Zweifel um einen "verbrecherischen terroristischen Akt" gehandelt. Es werde vermutet, dass "mehrere Personen in das Ereignis verwickelt waren". Schily hatte an der Synagoge Blumen niedergelegt und war mit Staatspräsident Zine el Abidine Ben Ali zusammengekommen. Kurz nach dem Anschlag wurden in Deutschland zwei Verdächtige vorläufig festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

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