Mutmaßlicher Attentäter unmittelbar nach der Tat festgenommen
17 Polizisten bei Anschlag in Tschetschenien getötet

Bei dem schwersten Bombenattentat seit mehr als einem Jahr sind am Donnerstag 17 Polizisten in der von Russland abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien getötet worden. Der Autobus mit den in russischen Diensten stehenden Tschetschenen sei am Stadtrand der Hauptstadt Grosny von einem Sprengsatz zerstört worden, teilte der stellvertretende Regierungschef Tschetscheniens, Bislan Gantamirow, mit. Mindestens sechs Männer wurden verletzt, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.

dpa MOSKAU. Ein mutmaßlicher Attentäter sei unmittelbar nach der Bluttat festgenommen worden. Der Bus mit den Milizionären befand sich auf dem Weg von einem Polizeirevier zu einer Kaserne der OMON-Spezialtruppen, als der Sprengsatz explodierte. Die Wucht der Detonation habe den Bus in zwei Teile gerissen. Als Milizionäre ihren verletzten Kameraden zur Hilfe eilen wollten, eröffneten Scharfschützen aus einem Hinterhalt das Feuer. Einige der Opfer starben bei einer weiteren Explosion am Tatort.

In ersten Berichten war zunächst von zehn Toten die Rede. Das Stadtzentrum von Grosny wurde nach dem Anschlag vollständig für den Straßenverkehr gesperrt. Bereits am Mittwoch waren bei zwei Terroranschlägen im Süden Tschetscheniens mindestens sechs Soldaten getötet worden. Rebellen hätten im Schatoi-Gebirge, etwa 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Grosny, aus einem Hinterhalt einen Truppentransport angegriffen, teilten die Militärs mit. In der Nähe wurden zudem bei der Explosion einer Mine vier Soldaten in einem Mannschaftswagen schwer verletzt.

Ungeachtet der jüngsten Terroranschläge sagte der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Rede zur Lage der Nation am Donnerstag in Moskau, der "militärische Konflikt" in Tschetschenien sei beendet. Bereits vor Monaten waren die Rebellen dazu übergegangen, die russischen Streitkräfte in einem Partisanenkrieg mit Anschlägen und Angriffen aus dem Hinterhalt zu bekämpfen. Seit Beginn des zweiten Tschetschenien-Krieges im Herbst 1999 sind nach Schätzungen mehr als 15 000 Rebellen, Soldaten und Zivilisten getötet worden.

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