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Mutmaßlicher Mörder der 11-jährigen Lisa fast gelyncht

Der mutmaßliche Mörder der 11-jährigen Lisa aus Niedersachsen ist am Freitag im Gefängnis des türkischen Urlaubsortes Alanya von Mithäftlingen angegriffen worden. Er wurde durch Messerstiche an den Armen verletzt und nach ärztlicher Behandlung in einer Einzelzelle untergebracht.

dpa ALANYA. Der mutmaßliche Mörder der 11-jährigen Lisa aus Niedersachsen ist am Freitag im Gefängnis des türkischen Urlaubsortes Alanya von Mithäftlingen angegriffen worden. Er wurde durch Messerstiche an den Armen verletzt und nach ärztlicher Behandlung in einer Einzelzelle untergebracht.

Gefängniswärter hätten die Mithäftlinge in letzter Minute davon abgehalten, den Tatverdächtigen zu lynchen, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Der mutmaßliche Mörder der 11-Jährigen aus Wolfshagen, die mit ihren Eltern Urlaub in Alanya gemacht hatte, sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Wann Lisa beerdigt werden soll, steht noch nicht fest.

Wie sehr der Mord an dem kleinen Mädchen die Türkei aufgewühlt hat, zeigte am Freitag die Schlagzeile einer türkischen Zeitung. "Verzeih uns Lisa" überschrieb das Massenblatt "Sabah" seine Titelseite. "Wir haben die Schlagzeile in Deutsch geschrieben, weil wir dieses kleine Mädchen, das als Gast nach Alanya gekommen ist, nicht vor einem Perversen schützen konnten", erläuterte die Zeitung ihren Lesern. Nach Informationen der Zeitung hat die Polizei im Haus des Tatverdächtigen 50 CDs mit Kinderpornografie sichergestellt.

Überführt hatten ihn Blutspuren an der Hose, die laut Laboruntersuchungen von Lisa stammten. Der als mutmaßlicher Mörder ermittelte Ladenbesitzer habe sein Opfer betäubt, in eine Decke gewickelt und zu sich nach Hause gebracht, schrieb die Zeitung "Sabah". Als das Mädchen aufgewacht sei und geschrien habe, habe er ihm einen Schlag versetzt, an dem es starb. Im Polizeiverhör soll der Verdächtige, der die Tat bestreitet, gesagt haben: "Gebt euch nicht zu sehr mit mir ab, ich habe psychische Probleme."

Die Mutter der 11-Jährigen kehrte inzwischen in ihren Heimatort Wolfshagen zurück. Wie eine Mitarbeiterin der örtlichen St. Thomas-Kirchengemeinde am Freitag berichtete, kann die Leiche des Mädchens jedoch noch nicht zurückgebracht werden. Sie werde in der Türkei noch einmal untersucht. Der Termin für das Begräbnis stehe deshalb noch nicht fest. "Es hat meinen Schmerz erleichtert zu sehen, dass der mutmaßliche Mörder meiner Tochter im Gefängnis ist", zitierte die Zeitung "Sabah" die Mutter.

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