Mutmaßlicher Terrorist geflohen
ETA rüstet anscheinend auf

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat möglicherweise fünf Tonnen Sprengstoff für weitere Terroranschläge hergestellt. Wie die spanische Presse am Donnerstag berichtete, entdeckte die französische Polizei kürzlich an der Grenze zu Spanien hunderte leere Behälter Natriumchlorat, mit dem hochexplosiver Sprengstoff hergestellt werden kann.

HB/dpa MADRID/PARIS. Zwar werde diese Natriumverbindung auch für Pflanzenschutzmittel benutzt, in so großen Mengen werde sie von den Bauern aber nicht gebraucht. In Frankreich wurde zudem die Flucht eines mutmaßlichen ETA-Terroristen aus einem Pariser Gefängnis bekannt.

Mit den fünf Tonnen könnten mehr als 100 Autobomben präpariert werden, hieß es in spanischen Polizeikreisen. Auch bei den jüngsten Anschlägen hatte die ETA Chloratsprengstoff eingesetzt. Spanische Ermittler gehen davon aus, dass den ETA-Terroristen das Dynamit ausgegangen ist, das sie in den vergangenen Jahren bei Überfällen auf Sprengstofflager in Frankreich erbeutet hatten.

Der mutmaßliche Terrorist Ismael Berasategui sei mit Hilfe eines Komplizen bereits am vergangenen Samstag aus einem Pariser Gefängnis entkommen, teilte die französische Justizverwaltung mit. Die Flucht sei aber erst am Donnerstag entdeckt worden. Nach Angaben aus Madrid tauschte der 32-Jährige bei einem Besuch seines Bruders mit ihm den Platz und spazierte so ungehindert aus dem Gefängnis. Berasategui war im vergangenen Mai in Frankreich inhaftiert worden. Er wird für mehrere Autobombenanschläge in Madrid sowie in Málaga an der südspanischen Costa del Sol im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht.

In Spanien gingen unterdessen die Bemühungen weiter, die ETA-nahe Baskenpartei Batasuna (Einheit) für illegal zu erklären. Das Justizministerium in Madrid legte als Beweismaterial für das erwartete Verbotsverfahren 23 Verstöße Batasunas gegen das neue Parteiengesetz vor. Für die Regierung steht fest, dass die Partei nur ein Anhängsel der ETA ist. So sieht es auch der Ermittlungsrichter Baltasar Garzón, der sich parallel auf strafrechtlichem Wege für ein Verbot Batasunas einsetzt. Für diesen Freitag lud er deren Anwälte vor. Es gilt zudem als sicher, dass sich das spanische Parlament auf einer Sondersitzung am Montag für ein Verbotsverfahren gegen die Partei aussprechen wird.

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