Mutter streicht Investition
Callino stellt Antrag auf Insolvenz

mwb/HB MÜNCHEN. Die Callino GmbH, München, hat am Samstag in München Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Wie der neue Geschäftsführer des Telekomunternehmens Andreas Heck gegenüber dem Handelsblatt bestätigte, hat die US- Muttergesellschaft Formus Communications den Geldhahn zugedreht und zugesagte Investitionsmittel von 200 Mill. DM für den Aufbau von Richtfunkanlagen storniert. Als Grund habe Formus auf die Situation am Kapitalmarkt verwiesen und das Scheitern einer strategischen Partnerschaft angegeben. Heck erwägt jetzt rechtliche Schritte gegen die Muttergesellschaft, da die Investitionen fest zugesagt gewesen seien.

Callino steht im Wettbewerb mit Unternehmen wie Viag Interkom, Arcor oder Firstmark, die in Konkurrenz zum Festnetz der deutschen Telekom in Deutschland Richtfunknetze für Firmenkunden zur Überbrückung der letzten Meile aufbauen. Bei der letzten Ausschreibung war Callino besonders erfolgreich und erhielt 132 der 161 ausgeschriebenen Lizenzen.

Callino beschäftigt 400 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr bei 38 Mill. Euro Umsatz 60 Mill. Euro investiert. Insgesamt sollten 1 Mrd. DM in den Aufbau des Richtfunknetzes investiert werden. Formus, an der wiederum die Fondsgesellschaft Chase Capital Partners beteiligt ist, wollte ursprünglich in mehreren europäischen Ländern Richtfunknetze betreiben. Nach Angaben von Heck wird das operative Geschäft von Callino aufrecht erhalten und den Kunden die Serviceleistungen bereitgestellt. Verschiedene Telekommunikationsunternehmen hätten schon Interesse an einer Übernahme gezeigt.

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