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Mutter von Brasiliens Jungstar Robinho entführt

Schock für Brasiliens neues Fußball-„Phänomen“ Robinho: Die Mutter des 20-jährigen Stürmers vom FC Santos ist verschleppt worden. Die Entführer hätten sich rund 40 Stunden nach der Tat noch nicht gemeldet, berichteten Medien unter Berufung auf Familienangehörige.

dpa RIO DE JANEIRO. Schock für Brasiliens neues Fußball-"Phänomen" Robinho: Die Mutter des 20-jährigen Stürmers vom FC Santos ist verschleppt worden. Die Entführer hätten sich rund 40 Stunden nach der Tat noch nicht gemeldet, berichteten Medien unter Berufung auf Familienangehörige.

Die Polizei hüllte sich derweil in Schweigen: "Wir geben erst Informationen heraus, wenn der Fall gelöst ist", so ein zuständiger Kommissar. Die 43-jährige Marina Souza wurde den amtlichen Angaben zufolge am 6. November kurz vor Mitternacht in einem Vorort der Hafenstadt Santos im Bundesland Sao Paulo während einer Familienparty verschleppt.

Zwei schwer bewaffnete Männer seien über eine Mauer gesprungen und in die Partyräume des Wohnungsgebäudes gelangt. Verletzte gab es nicht. Mit Hilfe zweier Augenzeugen wurden Phantombilder der Täter gemacht. "Robinho ist sehr, sehr mitgenommen, deshalb ist er untergetaucht", sagte Teamkollege Preto.

Die so genannten "Entführungsindustrie" hat nach amtlichen Zahlen im laufenden Jahr allein in der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo 83 Mal zugeschlagen. Die Fußballszene, die davon bislang kaum getroffen war, befürchtet nun, dass es zu einer ähnlichen Zuspitzung kommt wie im Nachbarland Argentinien. Dort wurden seit 2002 nicht weniger als 20 Entführungsfälle registriert, bei denen Fußballer oder deren Verwandte die Opfer waren.

Robinho, der nach Angaben spanischer Medien dieser Tage über ein Wechsel nach Real Madrid verhandelte, wurde am Sonntag nicht eingesetzt. Ohne seinen wendigen und trickreichen Superstar schaffte der FC Santos nur ein 1:1 bei Criciuma und gab damit sechs Spieltage vor Meisterschaftsende die Tabellenführung an Atletico Parana ab.

Der frühere brasilianische Superstar Pele hat Robinho als seinen "möglichen Nachfolger" bezeichnet. Groß kam der schmächtige Spieler bereits 2002 mit nur 18 Jahren heraus, als er den FC Santos zum Gewinn der Landesmeisterschaft führte. An Robinho sollen unter anderem auch Benfica Lissabon, Atletico Madrid, PSV Eindhoven und Corinthians Sao Paulo interessiert sein.

Erst am 5. November hatte die Besorgnis erregende Kriminalität den Fußball in Brasilien wieder in Trauer versetzt. Bei einer Schießerei vor dem Eingang einer Discothek in Belo Horizonte wurde der frühere Europa-Legionär Claudinei Dutra Rezende (26) von einer Kugel am Kopf tödlich getroffen. Der Spieler des Zweitligisten America MG hatte jüngst in Schweden gespielt. Fünf weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

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