Mutterkonzern Eon bereitet Abgabe weiterer Anteile vor
Stinnes sucht Verstärkung in den USA

Der Mutterkonzern Eon läutet die Abgabe weiterer Anteile ein. Stinnes wäre ein zweiter Börsengang am liebsten, da dies am wenigsten das florierende Geschäft stört. Doch ein Verkauf an die Konkurrenz ist möglich.

agr MÜLHEIM/R. Das zum Eon-Konzern gehörende Logistikunternehmen Stinnes AG aus Mülheim an der Ruhr peilt zum vierten Mal in Folge ein Rekordergebnis an. "Wir erwarten 2002 ohne größere Akquisitionen eine Steigerung des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 9 %", sagte Stinnes-Chef Wulf Bernotat. In den ersten beiden Monaten habe sich Stinnes in einem schwierigen Umfeld besser als intern erwartet entwickelt. Stinnes will an dem Ziel festhalten, 2002 eine Ebit-Marge von 3 % zu erreichen.

Zwar habe sich Stinnes 2001 nicht völlig von der konjunkturellen Entwicklung abkoppeln können, sagte Bernotat, doch seien die Prognosen voll erreicht und sogar übertroffen worden. Der Umsatz legte 2001 um 12 % und das Ebit um 26 % zu. Ursprünglich geplant waren Wachstumsraten von über 10 % beziehungsweise 25 %.

Bernotat begründete den Erfolg mit der Konzentration auf den wachstumsstarken Logistikmarkt. Der profitiere davon, dass gerade in schwierigen Zeiten immer mehr Unternehmen aus Kostengründen ihre Logistik an Dienstleister wie Stinnes auslagerten.

Die Aktionäre profitieren ebenfalls. Obwohl der Jahresüberschuss wegen einer höheren Steuerquote zurückging, soll die Dividende um 0,10 Euro auf 0,70 Euro steigen. Mit dem Kursniveau von rund 26 Euro habe Stinnes noch Luft nach oben, meinte Bernotat. Analysten, etwa der Hypovereinsbank, sehen die Aktie bei 30 Euro. An der Börse legte die Aktie gegen den Trend zu.

2002 will sich Stinnes auf den Ausbau des Verkehrsbereichs (Schenker) konzentrieren. Für Übernahmen zur internationalen Expansion stehe ein Finanzierungsvolumen von 600 bis 700 Mill. Euro zur Verfügung.Verstärken will sich Stinnes im Logistikgeschäft in den USA und im europäischen Landverkehr, insbesondere in Frankreich.

In den USA spreche Stinnes seit Herbst vergangenen Jahres über eine Kooperation mit einem in der höherwertigen Logistik sehr starken Unternehmen, das international weniger gut vertreten sei. Einen Namen wollte Bernotat nicht nennen. Die US-Großkonzerne UPS und Fedex, die derzeit verstärkt ihr Logistikgeschäft ausbauen, sollen es nicht sein. Parallel dazu prüfe Stinnes in den USA kleinere Übernahmen mit einem Volumen von jeweils zwischen 60 bis 80 Mill. $. Bernotat sprach von acht Kandidaten.

Verstärkung sucht Stinnes auch auf den transpazifischen Routen in der Luft- und Seefracht. Für den Markteintritt im Bereich der Chemielogistik (Brenntag) in Asien wurden Thailand, Malaysia und Singapur ins Auge gefasst. Gesprochen werde mit drei Firmen, um zunächst eine 50 %-Beteiligung einzugehen. Ob sich Stinnes im Bereich Werkstoffe (Stinnes Interfer) erneut um die Übernahme der Duisburger Klöckner & Co, die voraussichtlich wieder zum Verkauf steht, bemühen werde, ließ Bernotat offen.

Eingeläutet ist inzwischen auch die Abgabe weiterer Eon-Anteile an Stinnes. Eon und Stinnes hätten den Prozess kürzlich gemeinsam eingeleitet, sagte Bernotat. Eingeschaltet wurde die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB).

Eon hatte angekündigt, sich 2002 von weiteren Anteilen zu trennen. Der Energiekonzern hält 65,4 % an Stinnes. Während Bernotat einen zweiten Börsengang begrüßen würde, halten Analysten den Verkauf an einen Finanzinvestor oder Konkurrenten wie UPS oder Kühne & Nagel für denkbar. Das Hauptaugenmerk der industriellen Investoren gelte dabei vor allem der Verkehrstochter Schenker.

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