MV zur Fifa
Mayer-Vorfelder kandidiert für Fifa-Exekutive

Der größte Ballsport-Verband auf der Erde will endlich wieder im mächtigsten Gremium des Weltfußballs vertreten sein. Gerhard Mayer-Vorfelder kandidiert für einen Sitz im Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA.

dpa STOCKHOLM. Große Chancen werden dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der Delegierten- Versammlung in Stockholm allerdings nicht eingeräumt, weil er mit seinem klaren Bekenntnis zum umstrittenen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter auf Konfrontationskurs zur UEFA-Spitze gegangen ist, die den Kameruner Issa Hayatou künftig an der FIFA-Spitze haben will. Mayer-Vorfelder aber sieht sich beim Versuch, nach vierjähriger Abstinenz wieder in die FIFA-Führung zurückzukehren, keineswegs in der Außenseiterrolle.

Bei seinen Sondierungs-Gesprächen in den vergangenen Wochen glaubt der 68-Jährige ausgemacht zu haben, dass er mit seiner Haltung pro Blatter gar nicht so isoliert dasteht. "Wenn es stimmt, was die Leute so sagen, müssen meine Chancen gut sein", meint er und wirft als Hauptargument für seine Wahl in die Waagschale: "Es wäre - nicht nur im Hinblick auf die WM 2006 - gewiss nicht schlecht, wenn ein Deutscher in diesem Gremium vertreten wäre."

Die Konkurrenz für den vakanten Sitz in der 24-köpfigen FIFA - Exekutive ist indes ebenso hochkarätig wie namhaft und wird angeführt vom früheren Superstar Michel Platini. Der 46 Jahre alte Franzose gehörte zuletzt zum Stab von Blatter, kündigte seinen Beratervertrag bei der FIFA aber zu Wochenbeginn auf. Weitere Gegenkandidaten sind Italiens Verbandschef Franco Carraro, der bisherige Amtsinhaber Per Ravn Omdal aus Norwegen und Joseph Mifsud.

Der Malteser hatte Mayer- Vorfelder fast schon sensationell aus der FIFA-Exekutive verdrängt. "Es wird immer so dargestellt, dass wir blinde Gefolgsleute von Blatter sind. Dem ist ja gar nicht so", verteidigte sich der DFB - Chef. Er sieht aber auch nach den jüngsten Turbulenzen um Blatter und der von UEFA-Chef Lennart Johansson öffentlich erhobenen Aufforderung zur Abwahl keinen Anlass, seine Position zu überdenken. "Ich sehe keinen Grund, von Blatter abzurücken", bekräftigte Mayer-Vorfelder und witterte ebenso wie Franz Beckenbauer eine amateurhaft inszenierte Kampagne: "Die Meinungen innerhalb der Verbände sind sehr umstritten, auch in Afrika", deutete "MV" an, dass Hayatou selbst in der eigenen Konföderation keine klare Mehrheit vorweisen kann.

Auf jeden Fall wird die Wahl des FIFA-Präsidenten am 29. Mai in Seoul spannender als die Ernennung des künftigen UEFA-Vorsitzenden am Donnerstag. Der bereits 72 Jahre alte Johansson, der seit 1990 die Geschicke in der UEFA leitet, ist der einzige Kandidat. Auch in den Sach-Themen, die zur Abstimmung stehen, steckt kaum Zündstoff. Eher schon in der Anwesenheit Blatters und Hayatous, für die Stockholm die wichtigste Station ihres Wahlkampfes ist.

Blatter indes muss zuvor noch vor seiner eigenen Haustüre kehren. Nachdem er seinen aufmüpfigen Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen ultimativ aufgefordert hatte, seine Betrugsvorwürfe gegen ihn binnen 24 Stunden schriftlich zu belegen oder zurückzunehmen, traf sich der Schweizer am Dienstag mit dem FIFA-Vizepräsidenten David Will zur Aussprache. Der Schotte ist zugleich auch Vorsitzender der internen Buchprüfungskommission (IAC) zur Begutachtung der FIFA-Finanzen, die Blatter am 11. April wegen Vertrauensmissbrauchs abgesetzt hatte.

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