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MVV will nach Ergebniseinbruch auf Einkaufstour gehen

Der Regionalversorger MVV will nach der Bereinigung seiner Bilanz wieder auf Einkaufstour gehen. Wie Vorstandschef Rudolf Schulten am Freitag auf einer Telefonkonferenz sagte, müssen nach einer Überprüfung auf die Stadtwerke-Beteiligungen weitere drei Mill. Euro abgeschrieben werden. Damit lag der Abschreibebedarf deutlich unter den Erwartungen von 30 Mill. bis 50 Mill. Euro.

dpa-afx MANNHEIM. Der Regionalversorger MVV will nach der Bereinigung seiner Bilanz wieder auf Einkaufstour gehen. Wie Vorstandschef Rudolf Schulten am Freitag auf einer Telefonkonferenz sagte, müssen nach einer Überprüfung auf die Stadtwerke-Beteiligungen weitere drei Mill. Euro abgeschrieben werden. Damit lag der Abschreibebedarf deutlich unter den Erwartungen von 30 Mill. bis 50 Mill. Euro.

Schulten begründete die unter den Erwartungen liegenden Wertberichtigungen mit den bereits erfolgten Abschreibungen. Auf die Stadtwerke Offenbach, Solingen und Ingolstadt wurden bislang 39 Mill. Euro abgeschrieben. Schulten hatte nach seinem Amtsantritt ein umfangreiches Umstrukturierungs-Programm aufgelegt. Unter anderem wurden Auslandstöchter geschlossen und der Bereich Powerline (Internet über Steckdose) eingestellt. Der Gesamtabschreibebedarf belaufe sich für das Geschäftjahr 2003/2 004 auf 56 Mill. Euro, sagte Schulten.

Rote Zahlen

Die Wertberichtigungen werden das Mannheimer Unternehmen im Geschäftsjahr 2003/2 004 (Ende September) in die roten Zahlen drücken. Die Zahlung einer Dividende hält Schulten aber weiterhin für möglich. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte MVV einen bereinigten Überschuss von 25 Mill. Euro ausgewiesen. Für das kommende Jahr rechnet der Vorstandschef mit einer "deutlichen Ergebnissteigerung". Er begründete die Verbesserung mit den kürzlich übernommenen Stadtwerken Kiel.

MVV hält Ausschau nach Zukaufmöglichkeiten. "Wir wollen weitere Stadtwerke-Beteiligungen", sagte Schulten. Allerdings sei die Kriegskasse leer. Es gebe eine Menge interessanter Objekte. "Deshalb ist das Thema Börsengang so wichtig. Wir wollen uns über den Börsengang frisches Kapital verschaffen", sagte Schulten.

Aufstieg

Die Stadt Mannheim ist mit 73 Prozent größter Aktionär von MVV, weitere 15 Prozent kontrolliert Eon . Der Streubesitz beträgt zwölf Prozent. Der Börsengang ist laut Schulten für Anfang 2005 geplant. Der Anteil der frei handelbaren Aktien soll auf über 25 Prozent steigen, wodurch sich die Chancen für einen Aufstieg in den Börsenindex MDax verbessern würden.

Der Vorstandschef bestätigte Verhandlungen zwischen dem Energieversorger Eon und der Karlsruher ENBW zur Übernahme der MVV-Beteiligung. Kartellrechtlich sei eine Übernahme derzeit jedoch nicht möglich, sagte Schulten. Das werde durch ein Gutachten belegt, das an das Bundeskartellamt geschickt worden sei. Der Grund sei, dass sich die Versorgungsgebiete von MVV und ENBW überschneiden.

MVV will wie seine Wettbewerber die Strompreise erhöhen. Da rund die Hälfte des Stroms zugekauft werde, müssten die Preissteigerungen an die Kunden weitergegeben werden, sagte Schulten. Es gebe aber noch keine endgültige Entscheidung. Die Energiekonzerne RWE und Vattenfall Europe haben bereits Tarifanhebungen angekündigt. Eon will dagegen darauf verzichten.

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