Mysteriöse Brief gefunden
Milzbrand-Alarm in Wiesbaden

Bei dem Milzbrand-Alarm in Wiesbaden handelt es sich nach Ansicht von Oberbürgermeister Hildebrand Diehl (CDU) wahrscheinlich um die Tat eines Trittbrettfahrers. Es könne allerdings noch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass es sich bei den insgesamt neun gefundenen Briefen um Milzbrand-Erreger handele, sagte der OB am Donnerstag in Wiesbaden. Mit einem genauen Untersuchungsergebnis sei erst am Abend zu rechnen. Ein erster Umschlag mit Hinweisen auf Erreger war nach Angaben von Diehl um 05.22 Uhr von einem Tankstellenpächter gefunden worden. Auch im Wiesbadener Rathaus sei ein derartiger Brief angekommen. Diehl nannte den Absender einen «skrupellosen Zeitgenossen». Mit einem Riesenaufwand hätten die Behörden auf die Briefe reagieren müssen. Bislang gebe es aber keinerlei Hinweise, dass die Ankündigungen wahr seien.

ap/dpa WIESBADEN. Im Wiesbadener Stadtteil Schierstein sind acht verdächtige Briefe vor den Türen von Wohnhäusern gefunden worden. Das berichtete der hessische Regierungssprecher Dirk Metz am Donnerstag. "Ein ganzer Stadtteil ist in Angst und Schrecken versetzt worden", sagte Metz. Ob die Briefe möglicherweise mit Milzbrand oder anderen Bakterien verseucht seien, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Ganze Straßenzüge wurden abgesperrt. Es werde als unwahrscheinlich angesehen, dass die Briefe tatsächlich Milzbrandsporen enthielten, sagte ein Sprecher des Landesinnenministeriums am Donnerstag. Trotzdem würden alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Auf den Briefen stand den Angaben zufolge: "Der Dschihad beginnt." Als Absender sei angegeben worden: "Der Milzbranderreger." Das Ergebnis der labortechnischen Untersuchungen der Briefe werde am Donnerstagnachmittag erwartet.

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, handelte sich um acht Umschläge mit handschriftlicher Aufschrift, die scheinbar wahllos in Briefkästen unter anderem des Rathauses, einer Gaststätte und und von Privathaushalten gefunden wurden. Amerikanische Institutionen oder Personen waren davon nicht berührt.

Keine Anzeichen für Erkrankung oder Infektion

Die Briefe wurden nach diesen Angaben unter größten Sicherheitsvorkehrungen von Polizei und Feuerwehr ungeöffnet eingesammelt und zur Untersuchung in ein Labor nach Frankfurt gebracht. Aus diesem Grund war bis zum Mittag über deren Inhalt nichts bekannt. Die Personen, die mit den Umschlägen in Berührung gekommen waren, wurden vorsichtshalber zur Beobachtung in ein Krankenhaus eingeliefert.

Es gab bis zum Donnerstagmittag keinerlei Anzeichen für eine Erkrankung oder eine mögliche Infektion. Das Wiesbadener Polizeipräsidium wollte am Nachmittag auf einer Pressekonferenz Näheres mitteilen.

Bereits am Mittwoch hatten mehrere verdächtige Briefumschläge in Berlin und im hessischen Schwalbach Alarm wegen eines möglichen Bio-Anschlags ausgelöst. Erste Untersuchungen zweier Umschläge aus Berlin ergaben allerdings keinen Hinweis auf Milzbrand- oder andere Krankheitserreger. Ein Endergebnis des Robert-Koch-Instituts (RKI) sollte am (heutigen) Donnerstag vorliegen. Der Alarm in Schwalbach erwies sich bereits nach einigen Stunden als falsch.

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