Mythos und Moderne treffen sich wohl nirgendwo so direkt wie Beirut
Beirut ist auferstanden aus Ruinen

Beirut erfindet sich täglich neu. Längst hat sich die Stadt von den Narben des Bürgerkriegs befreit und überschäumender Lebensfreude zugewandt.

Es gibt Orte, die haben einen magisch klingenden Namen. Beirut gehört dazu, bei dessen Erwähnung sogleich Bilder und Assoziationen entstehen: vom alten Orient, vom "Paris des Nahen Ostens", vom Bürgerkrieg. Wie so oft ist all das gleichzeitig richtig und falsch. Mythos und Moderne treffen sich wohl nirgendwo so direkt wie hier, wo sich eine Stadt stetig neu erfindet.

Schon beim Anflug straft die 1,5-Millionen-Metropole das Klischee Lügen, sie liege in Schutt und Asche. Vielmehr begrüßt Beirut seine Besucher als funkelndes Lichtermeer. Wer auf dem Weg zum Hotel an der Corniche, der legendären Uferpromenade, entlangfährt, taucht ein in überschäumende Lebensfreude.

Laut hupend, Stoßstange an Stoßstange, drängeln sich die Autos, fast ausnahmslos Luxusmodelle von Porsche, Mercedes, BMW. Direkt an der zwei Kilometer langen Promenade, wo sich einst in den 60er-Jahren der internationale Jetset tummelte, bummeln heute Familien. Kinder essen Zuckerwatte vom Jahrmarkt auf der schmalen Landzunge Arus al-Bahr. Verliebte Jungs und Mädchen schauen bis spät in die Nacht auf die Taubengrotte, die aus zwei ausgehöhlten Kalkfelsen in der Brandung gebildet ist und die bei Liebespaaren als romantisches Wahrzeichen gilt.

Krieg und Zerstörung? "Selbst 14 Jahre nach dem Bürgerkrieg hat der Libanon ein Imageproblem", erklärt Mira Hawa, Marketing-Direktorin des vor zwei Jahren eröffneten Mövenpick Hotels Beirut. "Dabei ist die Stadt zu jeder Zeit sicherer als andere Metropolen." Tatsächlich. Abends spazieren wir unbehelligt durch die Stadt. Warme Luft umgibt die Haut wie weicher Samt. Wir schlendern über breite Boulevards und durch enge Gassen mit Bars, Straßenlokalen, Hard Rock Café und McDonald?s-Restaurants.

Verlockender als Fast Food sind aber die libanesischen Spezialitäten. Im Bezirk Achrafyé gibt es die meisten neuen und guten Restaurants. "Wenn ihr Mezze bestellt, die Vorspeisen, braucht ihr kein Hauptgericht", rät uns Tanya, die für die Ausflugsagentur "Wild Discovery" arbeitet. Mezze bedeutet Essen mit allen Sinnen. Unzählige kleine Teller mit den Leckereien des Landes bedecken den Tisch.

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