Nabu spricht von "Feigenblatt"-Lösung
Industrie schlägt Alternative zum umstrittenen Dosenpfand vor

Handel und Getränkeindustrie bieten eine Selbstverpflichtung an, nach der sie unter anderem sicherstellen wollen, dass mindestens 90 Prozent der Getränkeverpackungen wiederverwertet werden können. außerdem wollen sie vermehrt ökologisch vorteilhafte Verpackungen einsetzen.

dpa BERLIN. Im Streit um das von der Bundesregierung geplante Dosenpfand wollen Handel und Getränkeindustrie als Alternative eine Selbstverpflichtung vorschlagen. In einer der dpa vorliegenden Erklärung bieten die beteiligten Unternehmen an, jährlich 23 Milliarden Liter Getränke in ökologisch vorteilhaften Verpackungen in Verkehr zu bringen. Zugleich wollen sie sicherstellen, dass mindestens 90 Prozent der Getränkeverpackungen wiederverwertet werden können.

Die von der Bundesregierung veranschlagten jährlichen Kosten in Höhe von 250 Millionen Mark bei Einführung des Pflichtpfands auf Dosen und Einwegflaschen sollen stattdessen für Maßnahmen zur "Sauberhaltung der Landschaft sowie zur Förderung des ökologischen Fortschrittes bei Getränkeverpackungen" eingesetzt werden. Dafür sollen erhöhte Abgaben an Entsorgungssysteme wie etwa das Duale System (DSD) entrichtet werden.

Beim Naturschutzbund Nabu stieß der Vorschlag am Samstag auf entschiedene Ablehnung. Die vorgeschlagene Abfüllung von 23 Milliarden Liter Getränken in ökologisch vorteilhafte Verpackungen entspreche einem Mehrweganteil von nur 62 Prozent, erklärte der Nabu- Präsident Jochen Flasbarth. Die geltende Verpackungsordnung schreibe aber einen Mehrweganteil von mindestens 72 Prozent vor. Der Vorschlag sei eine "Feigenblatt"-Lösung.

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