Nach 1:1 gegen Neuseeland
„McBerti" und der verlorene Realitätssinn

Buhrufe und gellende Pfiffe sowie die Kritik der Medien nach Schottlands 1:1 gegen Neuseeland prallten an Fußball- Nationaltrainer Berti Vogts ab wie Wasser an Parafin. "Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung", erklärte der frühere deutsche Bundestrainer nach dem "enorm beschämenden Unentschieden", wie es die englische Tageszeitung "The Guardian" beurteilte.

HB/dpa EDINBURGH. Vogts ging sogar noch weiter. "Dies zeigte, dass wir am 7. Juni in der EM-Qualifikation gegen Vize-Weltmeister Deutschland gewinnen können." Die britischen Blätter kommentierten den Verlust seines Realitätssinns in ihren Mittwoch-Ausgaben zum Teil bissig. "Dies sprengte die Grenzen der Glaubwürdigkeit", meinte der "Independent" und fügte an: "Der einzig zufriedene Deutsche im Stadion in Edinburgh war wohl eher Rudi Völlers Spion statt Berti Vogts."

Die Zeitungen begnügten sich nicht damit. "Es ist nichts Neues, dass plündernde "Kiwis" nach Edinburgh kommen und machen, was sie wollen, aber dies waren die All Whites und nicht die All Blacks", schrieb die "Times" in Anspielung auf die regelmäßigen Schlappen, die Schottlands Rugby-Nationalmannschaft gegen Neuseeland kassiert. Der "Guardian" schlug in die gleiche Kerbe: "Hätte es sich um ein Rugby- Spiel gehandelt, in dem diese beiden Länder sonst aufeinander treffen, hätte Schottland stolz auf dieses Unentschieden sein können."

Der Trainer der Neuseeländer, die in der FIFA-Weltrangliste vor den Schotten stehen, beurteilte das Spiel realistischer als sein Amtskollege bei den Schotten. "Das Spiel war offen, es hätte so oder so ausgehen können", sagte Mick Waitt. Vogts' Optimismus teilt er aber keineswegs. Auf die Frage, ob er über einen schottischen Sieg gegen Deutschland überrascht wäre, sagte er schlicht: "Um absolut ehrlich zu sein, ja, vollkommen."

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