Nach 27 Jahren Bürgerkrieg
Waffenstillstand in Angola ist perfekt

Nach 27-jährigem Bürgerkrieg in Angola haben die Regierung und die Rebellenorganisation UNITA am Donnerstag ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Das 40-seitige Abkommen soll den Beginn eines breiten Versöhnungsprozesses in dem südwestafrikanischen Land einleiten.

dpa JOHANNESBURG/LISSABON. An der Zeremonie in der Hauptstadt Luanda nahmen Beobachter der Vereinten Nationen und Vertreter der drei Garantiemächte Portugal, USA und Russland teil, wie der portugiesische Rundfunk berichtete. Wichtigstes Ziel sei nun der Wiederaufbau des Landes, sagte Angolas Botschafter in Lissabon, Osvaldo Van Dunen.

Die Unterzeichnung des Abkommens folgte sechs Wochen auf den Tod des UNITA-Chefs Jonas Savimbi. Der Führer der Nationalen Union für die vollständige Unabhängigkeit Angolas (UNITA) war im Februar mit seinen Truppen in einen Hinterhalt der angolanischen Regierungstruppen geraten und bei einem Feuergefecht erschossen worden. Den Weg zu dem Abkommen hatte ein Waffenstillstand geebnet, der nahe der Provinzhauptstadt Luena ausgehandelt worden war. Es verspricht den auf 50 000 Mann geschätzten UNITA-Rebellen bei der Waffenabgabe in einem der 45 ausgewiesen Sammelzentren des Landes großzügige Straffreiheit und Eingliederung in die nationale Armee.

Der 1975 begonnene Krieg in Angola gilt als einer der längsten bewaffneten Konflikte der Welt. Bei einem dauerhaften Frieden sieht sich die Regierung des an Rohstoffen reichen Landes angesichts einer völlig zerstörten Infrastruktur sowie der Erblast von schätzungsweise zwölf Millionen Landminen enormen Problemen gegenüber. Statistisch kommt eine Mine auf jeden Einwohner. Die Masse der Bevölkerung zählt trotz des enormen Rohstoffreichtums zu den ärmsten der Welt. Viele Angolaner wurden im Laufe des Konflikts verstümmelt, vertrieben oder ins Exil gedrängt.

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