Nach 4:0 praktisch abgestiegen
HSV demontiert St. Pauli

Der Hamburger SV hat dem FC St. Pauli im Spiel um die Stadtmeisterschaft eine Lektion erteilt und dem Lokalrivalen den wohl entscheidenden Stoß in die Zweitklassigkeit versetzt.

dpa HAMBURG. Mit einem überraschend deutlichen 4:0 (2:0) setzte sich der große Hamburger Verein gegen den kleinen Club vom Kiez durch und feierte damit im 128. Derby den 88. Erfolg. Bernardo Romeo (18., 58.), Martin Groth (45.) und Nico Jan Hoogma (49.) erzielten vor 55 000 Zuschauern in der ausverkauften AOL-Arena die Tore. Bei noch zwei ausstehenden Spieltagen und sechs Punkten Rückstand auf den rettenden 15. Platz bleiben dem Tabellenletzten St. Pauli nur noch theoretische Chancen auf den Klassenverbleib.

"Das Derby ist immer ein Spiel von hohem Prestige-Wert", sagte HSV-Chef Werner Hackmann: "Wer hier verliert, ist der Buh-Mann in der Stadt." Der HSV hatte auch das Hinspiel für sich entschieden (4:3) und baute seine Erfolgsserie in den Bundesliga-Vergleichen der beiden Ortsrivalen aus: In den 14 Derbys gelang St. Pauli erst ein Sieg - und der liegt bereits über 24 Jahre zurück. "Ich bin enttäuscht", stammelte St. Paulis Präsident Reenald Koch, wollte die letzte Hoffnung im nunmehr fast aussichtslosen Kampf um den Verbleib in der Eliteliga aber nicht aufgeben.

Gastgeber St. Pauli hatte in der zwölften Minute die große Chance verpasst, dem Spiel einen anderen Verlauf zu geben. Ausgerechnet Thomas Meggle, der vor dem Duell verbale Giftpfeile gegen den großen Konkurrenten aus dem Volkspark abgeschossen hatte, versagte bei einem von HSV-Mittelfeldspieler Jörg Albertz an Ugur Inceman verschuldeten Foulelfmeter. "Wir werden den HSV in der ganzen Stadt lächerlich machen", hatte Meggle angekündigt und getönt: "wir schlagen den HSV auch auf noch dem Mond." Sein nicht platziert geschossener Elfmeter wurde eine Beute des starken HSV-Schlussmann Martin Pieckenhagen, der auch im weiteren Spielverlauf großartige Paraden zeigte.

Der HSV demonstrierte höchste Effektivität im Verwerten der Torchancen. Aus fünf Möglichkeiten machten die Gäste im eigenen Stadion vier Tore. Grund zur Freude hatte insbesondere Romeo. Der für 5,65 Millionen Euro verpflichtete Argentinier hatte schon sieben Spiele nicht mehr getroffen. Mit zwei Toren baute er seine Bilanz auf sechs Treffer aus. St. Paulis Widerstand war spätestens nach dem 2:0 durch durch Groth gebrochen. Lediglich Dubravko Kolinger (37.) und Christian Rahn (40.), der in der nächsten Saison beim HSV spielten, hatten noch Möglichkeiten zur Ergebnis-Korrektur, scheiterten aber an Pieckenhagen.

In der zweiten Halbzeit demontierten der HSV die Kiez-Club geradezu. Der Tabellenletzte ergab sich seinem Schicksal und wurde nach allen Regeln der Fußballkunst ausgespielt. Nur die Fans der Braun-Weißen waren noch erstligareif.

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