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Nach Ablauf der Friedenspflicht erste Warnstreiks bei Volkswagen

Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht im Tarifkonflikt bei Volkswagen hat es in der Nacht zum Freitag erste Warnstreiks gegeben.

dpa-afx HANNOVER. Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht im Tarifkonflikt bei Volkswagen hat es in der Nacht zum Freitag erste Warnstreiks gegeben. In den VW-Werken Hannover, Baunatal bei Kassel und Braunschweig legten nach Gewerkschaftsangaben kurz nach Mitternacht insgesamt rund 4 000 Beschäftigte für etwa eine Stunde die Arbeit nieder. Die fünfte Tarifrunde bei VW war am Donnerstag in Hannover ergebnislos auf den nächsten Montag vertagt worden. Zu Wochenbeginn sollen die befristeten Warnstreiks fortgesetzt werden.

Im VW-Werk in Baunatal zogen nach IG Metall-Angaben mehr als 1 500 Arbeiter der Nachtschicht mit Fackeln zu einer einstündigen Protestkundgebung vor die Werkstore. Mit Trillerpfeifen und Buhrufen machten die Beschäftigten ihrem Ärger über den Stand der Verhandlungen Luft. In Braunschweig legten rund 1 000 VW-Beschäftigte die Arbeit nieder.

In Hannover beteiligte sich laut IG Metall die gesamte Nachtschicht bestehend aus rund 1 500 Beschäftigten an dem Warnstreik. Der Betriebsratschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, Günther Lenz, kritisierte, die IG Metall sei nicht bereit zu akzeptieren, was VW vorgelegt habe.

In den Kernfragen seien die beiden Tarifparteien nicht einen Schritt weitergekommen, sagte Lenz. "Es muss mehr Druck geben, damit die Herrschaften wissen, was die Stunde geschlagen hat." Lenz, der auch Aufsichtsratsmitglied bei VW ist, kündigte an, er werde bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 12. November keinen Planungen zustimmen, die die deutschen Standorte "aushöhlten".

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 103 000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen VW-Werken hatte es in der fünften Runde keine grundlegende Annäherung gegeben. Für die ostdeutschen VW-Werke gilt ein eigener Tarifvertrag.

IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte am späten Donnerstagabend, VW habe die letzte Chance zur Einigung innerhalb der Friedenspflicht vergeben. Nun würden VW-Beschäftigte mit Warnstreiks Druck machen. Dagegen kritisierte VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn die fehlende Bereitschaft der IG Metall, das Unternehmen auf der Kostenseite ausreichend zu entlasten.

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