Nach Ablauf der Haltefrist
Goldman gibt großes Paket T-Aktien ab

Die Investmentbank Goldman Sachs hat 14,4 Millionen Telekom-Aktien an Fondsinhaber verteilt. Experten gehen davon aus, dass ein Teil davon bereits weiter verkauft wurde.

vwd DÜSSELDORF. Das Investmenthaus Goldman Sachs hat sich von 14,4 Mill. Aktien der Deutschen Telekom AG getrennt, die es über Fonds gehalten hatte. Die Anteilscheine aus dem VoiceStream-Deal seien mit Ablauf der Haltefrist an die Fondsinhaber verteilt worden, bestätigte ein Sprecher von Goldman Sachs in Frankfurt am Freitag gegenüber vwd. Es liege nun an den einzelnen Investoren, ob sie die Papiere behielten oder veräußerten. Zu den Inhabern der Private-Equity-Fonds gehörten vermögende Privatanleger und Goldman Sachs selbst.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Distribution der T-Aktien bereits in den vergangenen Tagen stattgefunden hat und dass teilweise Verkäufe getätigt wurden. Die Verteilung von Aktien an Fondsinhaber ist vor allem im angelsächsischen Raum üblich.

Das Paket entsprach dem gesamten Volumen an T-Aktien, von dem sich Goldman Sachs vereinbarungsgemäß mit Ablauf der ersten von zwei Haltefristen am 1. September trennen durfte. Jetzt besitzt die New Yorker Investmentbank noch eine weitere Tranche von 15,5 Mill. Papieren, deren Haltefrist am 1. Dezember endet. Das Institut hatte bereits erklärt, sich von dem gesamten Bestand an T-Aktien trennen zu wollen, die es Anfang Juni im Zuge der Umwandlung ehemaliger Anteile an dem von der Telekom übernommenen US-Mobilfunkunternehmen Voicestream Wireless erhalten hatte.

Insgesamt hatte die Telekom den Kauf mit 1,1 Mrd. eigenen Aktien finanziert, von denen die Hälfte an die früheren Voicestream-Großinvestoren ging. Zu diesen zählt auch der finnische Telekommunikationskonzern Sonera, der bereits vor Ablauf der Haltefrist heimlich Papiere abgestoßen hatte. Die Telekom hatte nachträglich erklärt, der Gesellschaft dazu eine Sondererlaubnis gegeben zu haben. Für einen dramatischen Kurseinbruch sorgte Hutchison Whampoa, als der Hongkonger Mischkonzern Anfang August ebenfalls noch in der Lockup-Periode über die Deutsche Bank 35 Mill. T-Aktien verkaufen ließ. Jetzt hält Hutchison noch 170 Mill. Papiere.

Diese könnte die Gesellschaft jetzt regulär gemäß den Haltefristen veräußern, doch hat sie erklärt, das Engagement bei der Telekom als langfristiges Investment zu betrachten. Der Telekom-Vorstandsvorsitzende, Ron Sommer, hatte kürzlich gesagt, er halte noch einen Rückfluss von 170 Mill. Aktien - eben der Menge, die Hutchison hält - als Folge des Voicestream-Deals für möglich.

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