Nach anfänglichen Gewinnen
Europäische Börsen tendieren uneinheitlich

Reuters. Nach anfänglichen Gewinnen haben die europäischen Börsen am Freitagvormittag überwiegend ins Minus gedreht. Überwiegend negativ tendierten Finanz- und Pharmatitel, während es bei Technologiewerten keine einheitliche Richtung gab. Belastend wirke sich die Gewinnwarnung des Bauelementehersteller Epcos aus, während die zuvor bekannt gegebenen Details zur geplanten Kapitalerhöhung des Chipherstellers Infineon eher positiv bewertet worden seien, sagten Händler.

An den Märkten herrsche insgesamt weiter Unsicherheit, ob eine baldige Erholung der US-Konjunktur bevorstehe, sagten Börsianer. Die Stimmung sei zunächst verhalten und ein langfristiger Trend nicht in Sicht. Für den Nachmittag werden richtungweisende Konjunkturdaten aus den USA erwartet.

Am Donnerstag hatte der technologielastige Nasdaq-Index mit einem Plus von 5,26 Prozent bei 2 075,75 Zählern geschlossen. Der Dow-Jones-Index ging mit einem Plus von 2,32 Prozent bei 10 478,99 Zählern aus dem Handel.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz stieg bis zum Mittag um 0,2 Prozent auf 3 873 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) kletterte um 0,15 Prozent auf 4 016 Punkte.

LONDON - Richtungslos

Vom Minus ins Plus wechselte der FTSE-100-Index an der Londoner Börse gegen Mittag. Der FTSE-Index notierte 0,56 Prozent höher bei 5 512 Punkten. "Die Rally war eher technisch bedingt und hat den Markt nach den Ausverkäufen der letzten Tage wieder auf ein neutraleres Niveau gebracht", sagte ein Händler. Technologiewerte tendierten eher negativ, zu den größten Verlierern zählten mit einem Minus von jeweils um die 3,5 Prozent Logica und Colt Telecom. Auch im Bankensektor gab es erneut Verluste. Die Papiere von HSCB verloren 0,9 Prozent auf 798 Pence, Titel von Royal Bank of Scotland gaben um 0,5 Prozent auf 1 532 Pence nach.

ZÜRICH - SMI-Index uneinheitlich

Orientierungslos pendelte der SMI-Index an der Schweizer Börse von einer leicht höheren Eröffnung ins Minus. Gegen Mittag lag der Index um 0,12 Prozent niedriger auf 6 919 Zählern. Nach einer Gewinnwarnung brachen die Aktien von Reisekonzern Kuoni um rund 25 Prozent auf 469 Schweizer Franken ein. "Die Reaktion ist übertrieben, aber eine Gewinnwarnung erträgt der Markt halt nicht", sagten Händler. Im Bankensektor legten CS Group um 1,2 Prozent zu, Versicherer Baloise gehörten hingegen mit einem Minus von 1,2 Prozent zu den Verlierern.

PARIS - CAC-Index im Plus

Mit Kursgewinnen im Technologiebereich präsentierte sich die Pariser Börse fester. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen stieg um 0,6 Prozent auf 4 993 Zähler. "Was da gestern an der Nasdaq passiert ist, war fantastisch für uns", sagte ein Händler. Zu den größten Gewinnern in Paris gehörten die Aktien des Turbinenkonzerns Alstom, der im ersten Quartal ihren Umsatz um 19 Prozent steigern konnte. Alstom-Aktien verbesserten sich daraufhin um 4,1 Prozent 33,45 Euro. Im Automobilsektor legten Renault-Aktien trotz gesunkener Absatzzahlen für Westeuropa im ersten Halbjahr um 0,6 Prozent auf 54 Euro zu.

MAILAND - Banca di Roma fällt

Der Mib-30-Index an der Mailänder Börse hat 0,14 Prozent auf 36 185 Punkte verloren. Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung ließen den Kurs von Banca di Roma um 1,2 Prozent auf 3,3 Euro sinken. Das Institut hatte am Vortag bekannt gegeben, in Norditalien expandieren zu wollen. Zu den Verlierern gehörten auch die Papiere der Industrieholding Montedison, für die ein feinliches Übernahmeangebot von Italenergia vorliegt. Montedison-Titel gaben um 2,2 Prozent auf 3,16 Euro nach.

MADRID - Iberia im Minus

Der Ibex-Index an der Madrider Börse notierte gegen Mittag ein Prozent höher auf 8 248 Punkten. Im Fokus stand Händlern zufolge die Fluggesellschaft Iberia, die ihren Flugbetrieb nach einer mehrstündigen Unterbrechung am Morgen wieder aufnahm. Zuvor hatten knapp hundert Piloten auf Grund eines Tarifstreiks gekündigt. Iberia-Aktien fielen um 0,9 Prozent auf 1,13 Euro. Telefonica sanken um 0,8 Prozent auf 13 Euro, nachdem Analysten von Ibersecuritas das Kursziel des Marktschwergewichts von 23 Euro auf 19 Euro reduziert hatten. Die Papiere von Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) kletterten um 1,9 Prozent auf 13,80 Euro. BBVA-Chef Pedro Luis Uriarte hatte zuvor mitgeteilt, auch weiterhin im krisengeschüttelten Argentinien investiert bleiben zu wollen.

AMSTERDAM - Von Epcos belastet

An der Amsterdamer Börse sind die Kurse im Verlauf in den negativen Bereich gerutscht. Die positiv aufgenommenen Details zur Infineon-Kapitalerhöhung würden von der Epcos-Gewinnwarnung überschattet, sagten Händler. Der AEX-Index verlor 0,6 Prozent auf 551 Punkte. Im Technologiesektor gaben die Titel von Versatel um rund zwölf Prozent auf 2,29 Euro nach. Im Bankensektor verbilligten sich die Papiere von ING um 1,2 Prozent, ABN Amro sanken um 1,7 Prozent.

WIEN - Lustlos

Der Wiener Aktienmarkt tendierte bei äußerst dürftigen Umsätzen uneinheitlich. Der ATX-Index notierte 0,09 höher Prozent bei 1 217 Punkten. Händler rechnen auch im weiteren Verlauf nicht mehr mit einer Belebung. Die Aktien des Onlinehändlers Libro, für die einem Zeitungsbericht zufolge ein Angebot von Konkurrent Eurobooks erwartet wird, fielen um 3,8 Prozent auf 3,30 Euro. Strumpfhersteller Wolford litt weiterhin unter den am Vortag veröffentlichten enttäuschenden Jahresergebnissen. Die Aktie verlor 0,8 Prozent auf 17,76 Euro.

BRÜSSEL - Etwas höher

Die Brüsseler Börse präsentierte sich mit Kursgewinnen bei Marktschwergewicht Fortis etwas höher. Der Bel-20-Index legte um 0,5 Prozent auf 2 912 Zähler zu. Die Aktien von Fortis stiegen um rund 1,4 Prozent auf 29,56 Euro. Händlern zufolge zeigten Investoren in der letzten Zeit ein verstärktes Interesse an den Titeln. Bankentitel stiegen überwiegend, der Gesamttrend sei aber eher volatil, sagten Händler. "Wir hoffen, dass die Stimmung nicht kippt", sagte ein Börsianer.

STOCKHOLM - OMX-Index schwächer

Der OMX-Index an der Stockholmer Börse hat bis gegen Mittag 0,15 Prozent 831 Punkte verloren. Zu den Gewinnern gehörten die Aktien des Finanzdienstleisters Skandia, die um eine halbe Schwedische Krone (skr) auf 95,50 skr zulegten. Händlern zufolge haben die Hoffnungen auf bessere Konjunkturaussichten in den USA den Kurs beflügelt, da Skandia seinen Umsatz hauptsächlich dort generiert. Die Aktien von Nokia tendierten trotz der starken Nasdaq-Vorlage schwächer bei einem Minus von einer halben skr bei 204,50 skr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%