Nach Angaben aus US-Geheimdienstkreisen
El-Kaida-Anführer halten weiter Fäden in der Hand

Flüchtige Anführer der Extremisten-Organisation El Kaida sind nach Einschätzung von US-Geheimdienstkreisen weiter in der Lage, Aufträge für Anschläge zu erteilen, ohne dabei selbst direkt in Erscheinung zu treten.

Reuters WASHINGTON. Die El-Kaida-Anführer hielten sich vermutlich im Iran oder im afganisch-pakistanischen Grenzgebiet auf, von wo sie Mitglieder der Organisation zur Ausübung von Anschlägen beauftragten, verlautete am Mittwoch aus den Kreisen. Zu diesem Zwecke würden etwa für den einmaligen Gebrauch Mobil-Telefone benutzt oder E-Mail-Accounts eingerichtet. Teilweise würden auch Kuriere eingesetzt, die persönlich Botschaften überbrächten.

In ihren Nachrichten verwendeten die El-Kaida-Anführer kryptische Formulierungen, um Geheimdienst-Experten in die Irre zu führen, hieß es weiter. Als Beispiel wurden Botschaften genannt wie etwa "Wir liefern die Grapefruits noch heute". "Was sind aber die Grapefruits? Menschen, Pässe, Waffen, Sprengstoff, was?", hieß es in den Kreisen.

Die sorgfältige Planung der Anschläge in der saudiarabischen Hauptstadt Riad spreche dafür, dass sie möglicherweise direkt von El-Kaida-Chef Osama bin Laden aus dem afghanisch- pakistanischen Grenzgebiet oder einem weiteren führenden Vertreter der Gruppe, Saif el Adel, in Auftrag gegeben worden seien, verlautete aus den Kreisen. Beweise dafür gebe es allerdings nicht.

Bei den Anschlägen auf Wohnanlagen von Ausländern in Riad waren in der vergangenen Woche 34 Menschen getötet worden, darunter acht US-Bürger. Wenige Tage späten starben bei Anschlägen in der marokkanischen Hafenstadt Casablanca mehr als 40 Menschen. Hinter den Anschlägen wurde El Kaida vermutet.

Der arabische Fernsehsender El Dschasira strahlte am Mittwoch eine Tonbandaufnahme aus, auf der ein enger Vertrauter Bin Ladens, Ajman el Sauahari, zu Anschlägen gegen die USA, Juden und westlichen Einrichtungen aufgerufen haben soll. In der Aufzeichnung fordert eine männliche Stimme Moslems in aller Welt dazu auf, Botschaften und andere Einrichtungen der USA, Großbritanniens, Australiens und Norwegens anzugreifen. Die Authentizität des Bandes war zunächst nicht überprüfbar. Die Aufnahme schürte jedoch die Angst vor weiteren Anschlägen.

Nachdem die USA am Vortag ihre landesweite Terror-Warnstufe auf das zweithöchste Niveau gesetzt hatten, erließ das US-Militär am Mittwoch für seine Einrichtungen im Inland die schärfste Warnung. Das US-Außenministerium teilte ferner mit, seine Botschaft in der norwegischen Hauptstadt Oslo am Donnerstag für den Publikumsverkehr geschlossen zu halten.

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