Nach Angaben der Flugsicherung
Doppelter Sinkflug führte offenbar zum Absturz

Das schwere Flugzeugunglück am Bodensee ist nach offiziellen Angaben durch einen doppelten Sinkflug der russischen Tupolew und der Boeing-Frachtmaschine ausgelöst worden. Die Schweizer Flugsicherung Skyguide hatte zum Zeitpunkt des Absturzes am Montagabend über deutschem Gebiet offiziell die Kontrolle über die Maschinen.

dpa ZÜRICH. Das bestätigte Skyguide-Sprecher Toni Maag am Dienstag vor Journalisten in Zürich. Beide Flugzeuge hätten mit einem Sinkflug die Kollision verhindern wollen, bei der mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen sind.

Das Unglück ereignete sich nach Erkenntnissen von Skyguide, die den süddeutschen Luftraum im Bereich des Flughafens Zürich seit 40 Jahren überwachen, zwischen 23.35 und 23.36 Uhr. Der Lotse habe den russischen Piloten der Tupolew drei Mal aufgerufen, seine Höhe zu ändern. Dieser habe erst dann reagiert. Der Sinkflug sei deshalb sehr spät eingeleitet worden, und dies habe dazu geführt, dass die Boeing durch ihr automatisches Warnsystem ebenfalls in den Sinkflug ging, sagte Maag. Dieses computergestützte Sicherheitsinstrument sei heute in großen Flugzeugen obligatorisch.

Somit sei aus "noch unerfindlichen Gründen" automatisch auch dem anderen Flugzeug ein Sinkflug zugeteilt worden. "Es ist Vorschrift, dass die Piloten diesen Befehl sofort auszuführen haben, ohne dass sie die vorherige Bewilligung der Flugsicherung berücksichtigen müssen", sagte Maag. Dabei gehe es um Sekunden, eine Absprache sei nicht mehr möglich. Diese doppelten Sinkflüge haben laut Maag dazu geführt, dass keine Höhenstaffelung mehr bestanden habe und die Flugzeuge auf gleicher Höhe zusammen stießen.

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