Nach Angaben eines afghanischen Ministers: Taliban-Chef Omar möglicherweise festgenommen

Nach Angaben eines afghanischen Ministers
Taliban-Chef Omar möglicherweise festgenommen

Der flüchtige Taliban-Chef Mohammad Mullah Omar ist nach Angaben des afghanischen Ministers für Wiederaufbau, Amin Farhang, offenbar festgenommen worden. Farhang sagte am Donnerstagabend im "ARD"-Fernsehen: "Ich habe heute davon gehört, dass er (Mullah Omar) festgenommen worden ist. Mehr davon weiß ist nicht."

Reuters BERLIN/WASHINGTON. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, es lägen keine Informationen vor, die die Äußerungen stützten. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte zuvor gesagt, die Taliban-Ära in Afghanistan sei beendet. Nach US-Militärangaben bombardierten Kampfflugzeuge am Donnerstag ein El-Kaida-Lager im Süden Afghanistans.

Mullah Omar wurde in den Bergen in der Nähe der Stadt Baghran in der Provinz Helmand im Süden Afghanistans vermutet. Die afghanische Regierung hatte den Taliban-Chef aufgefordert, sich zu ergeben. Mullah Omar war verschwunden, seit die letzte Taliban-Hochburg, die Stadt Kandahar, am 7. Dezember an die Kämpfer der Opposition gefallen war. Die USA führen seit dem 7. Oktober Krieg gegen die Taliban, denen sie vorwerfen, den moslemischen Extremisten Osama bin Laden und dessen Organisation El Kaida zu unterstützen. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge am 11. September verantwortlich.

Rumsfeld sagte: "Die Taliban-Herrschaft in Afghanistan ist zu Ende. Es ist eine gute Sache für die Menschen in Afghanistan, aber auch eine gute Sache für die Menschen in der ganzen Welt, dass das Land nicht länger Terroristen beherbergt." Für die USA gebe es in Afghanistan aber noch genug zu tun, fügte Rumsfeld hinzu. US-Einheiten suchen in Afghanistan neben Mullah Omar und weiteren führenden Taliban auch Bin Laden und El-Kaida - Mitglieder. Einigen Berichten zufolge soll Bin Laden nach Pakistan entkommen sein.

Der Stabschef der US-Armee, Richard Myers, sagte, US-Kampfflugzeuge hätten ein El-Kaida-Lager im Süden des Landes unweit der pakistanischen Grenze angegriffen. Es habe sich um ein relativ großes Lager gehandelt. Das Lager sei bereits 1998 nach den Anschlägen auf US-Botschaften in Kenia und Tansania Ziel von US-Angriffen gewesen. Auch hinter diesen Anschlägen wurde El Kaida vermutet.

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