Nach Anschlägen in Kenia und im eigenen Land
Israel kündigt Vergeltung an

Israel hat Vergeltung für die jüngsten Terroranschläge auf seine Bürger im Norden des Landes und in Kenia angekündigt. "Unser langer Arm wird die Terroristen und jene, die sie losschicken, fassen", sagte Ministerpräsident Ariel Scharon in der Nacht zum Freitag nach seiner Wiederwahl zum Vorsitzenden der konservativen Likud-Partei.

HB/dpa TEL AVIV/MOMBASA. Scharon betonte eindringlich, es sei "die Pflicht aller Länder, nicht nur ihr Beileid auszudrücken, wenn wir unsere Toten begraben, sondern uns auch zu unterstützen, wenn wir den Terror bekämpfen". Israelische Medien werteten die Anschläge in Kenia am Freitag als ersten erfolgreichen Großangriff der Terrorgruppe El Kaida auf ein israelisches Ziel.

Den Angaben zufolge befinden sich Mitglieder des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad bereits in Mombasa, um die Hintergründe des Selbstmordanschlags auf ein israelisches Hotel sowie des Raketenangriffs auf ein israelisches Passagierflugzeug zu untersuchen. Die 275 Insassen waren nach dem Start in Mombasa nur knapp dem Tod entgangen, als zwei Boden-Luft-Raketen das Flugzeug um wenige Meter verfehlten. Die israelische Armee entsandte auch ein Team von 150 Ärzten, Psychologen und Soldaten nach Kenia, die dort bei der medizinischen Versorgung helfen sollten.

Mehrere Maschinen der israelischen Luftwaffe brachten am Freitag die Leichen von drei bei dem Anschlag getöteten Israelis sowie 253 israelische Urlauber in ihrem Heimat zurück. Unter den Getöteten waren auch zwei Brüder im Alter von 12 und 14 Jahren aus der israelischen Siedlerstadt Ariel. Insgesamt kamen bei dem Anschlag 16 Menschen ums Leben, darunter auch die drei Attentäter. Verteidigungsminister Schaul Mofas äußerte die feste Überzeugung, Israel werde die Täter fassen. "Wenn irgendjemand glauben sollte, dass die Bürger Israels den Mord an Kindern ertragen können, werden wir mit diesem Irrtum ausräumen", sagte Mofas.

In einem Dorf bei Dschenin zerstörten israelische Truppen unterdessen am Freitag die Häuser zweier Palästinenser, die am Vortag vor einem Wahllokal der Likud-Partei in Bet Schean 6 Israelis erschossen und 19 weitere zum Teil schwer verletzt hatten. Die beiden Täter, Mitglieder des bewaffneten Arms der Fatah-Organisation von Jassir Arafat, waren von Sicherheitsbeamten erschossen worden. Acht ihrer Familienmitglieder wurden am Freitag zum Verhör festgenommen.

Im südlichen Gazastreifen töteten israelische Soldaten am Freitagmorgen einen bewaffneten Palästinenser, der in eine israelische Siedlung eingedrungen war. Der Mann war in den Bereich der Treibhäuser der Siedlung vorgedrungen und hatte dabei zwei Arbeiter aus Thailand und einen Israeli mit Schüssen aus einem Schnellfeuergewehr zum Teil schwer verletzt.

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