Nach Anschlägen in USA
Dramatischer Kurseinbruch am Neuen Markt

Nach Anschlägen in New York und Washington ist es am Frankfurter Neuen Markt zu panikartigen Verkäufen auf breiter Front gekommen. Beide Indizes des Wachstumssegmentes stürzten unter die Marke von 900 Punkten auf neue Tiefstände. Die starken Kursverluste führten Händler auf die große Unsicherheit der Anleger und die einbrechenden US-Futures zurück. "Die Börse hasst Unsicherheit und Ungewissheit", sagte ein Händler.

Reuters FRANKFURT. "Die Anleger wollen nur noch schnell raus aus den Aktien", sagte ein anderer Händler. In das World Trade Center in New York waren am Morgen (Ortszeit) zwei Flugzeuge gerast. Beide Zwillingstürme stürzten ein. Auch auf das US-Verteidigungsministerium in Washington prallte ein Flugzeug.

"Die Lage (bei uns Händlern) ist sehr angespannt. Der Fall des Marktes läuft hauptsächlich über die Futures, nicht den Kassa-Markt", sagte Gerald Kany, Aktienhändler bei Dresdener Kleinwort Wasserstein. "Es ist ein Drama. Andere Dinge als Dax und Aktien sind jetzt wichtiger", fügte er hinzu. In den Köpfen der Anleger gehe das Gespenst der Kriegsgefahr um, sagte ein anderer Marktteilnehmer. Deswegen gebe es kein Halten mehr am Markt.

Der Auswahlindex Nemax 50 rutschte zeitweise um mehr als zehn Prozent auf ein neues Rekordtief von 815 Punkten. Der alle Werte des Segmentes umfassende Nemax-All-Share-Index fiel in der Spitze um über sieben Prozent auf ein Jahrestief von 864 Zählern. Vor den Anschlägen in Amerika hatten beide Indizes noch knapp drei Prozent im Plus gelegen. Auch der Deutsche Aktienindex (Dax) reagierte mit einem freien Fall um rund sieben Prozent auf 4 327 Punkte. Alle amerikanischen Futures notierten am späten Nachmittag deutlich im Minus. Die US-Börsen bleiben am Dienstag geschlossen. Nach Angaben der Deutschen Börsen wird der Handel am Frankfurter Aktienmarkt nicht ausgesetzt.

Entgegen den europäischen Aktienkursen stiegen die Goldpreise an den europäischen Märkten. Beim Nachmittagsfixing in London notierte Gold bei 287 $ je Feinunze nach 271,40 $ am Morgen. Auch der Euro und die Anleihenkurse stiegen nach der Katastrophe in New York und Washington deutlich an. Der Preis für einen Barrel Erdöl der Nordsee-Ölmarke Brent stieg am Nachmittag um mehr als drei $ auf 31 $.

Die Liste der Kursverlierer bei den Blue Chips des Neuen Marktes führte am Nachmittag Telegate (minus 28,02 %) und Trintech (minus 21,62) an. In der Gewinnzone konnten sich nur zwei der 50 Schwergewichte halten. Darunter ragte die Gewinne bei Kinowelt heraus, die sich um rund sieben Prozent auf 0,62 Euro verteuerten. Zwischenzeitlich lag die Kinowelt -Aktie sogar über 36 % im Plus. Händler führten den Aufschlag auf eine größere institutionelle Kauforder am Markt zurück. Einige Investoren spekulierten offensichtlich auf eine Rettung des finanziell angeschlagenen Unternehmens.

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