Nach Anschlag auf Politiker
Spanische Politiker fordern Wähler zu Absage an Gewalt auf

Nach dem tödlichen Anschlag auf ein führendes Mitglied der spanischen Volkspartei am Sonntag haben Politiker des Landes die Wähler im Baskenland zu einer Absage an die Gewalt aufgefordert. Bei den Regionalwahlen am kommenden Sonntag sollten die Basken ihre Stimme den Parteien geben, die sich für einen Dialog einsetzen.

ap MADRID. Parteien in ganz Spanien, mit Ausnahme des ETA-nahen Wahlbündnisses Euskal Herritarrok (EH, Baskische Bürger), verurteilten am Montag den Anschlag.

"Wir haben die Möglichkeit, mit der Wahlurne auf die ETA zu reagieren", sagte der Spitzenkandidat der Volkspartei (PP) im Baskenland, Jaime Mayor Oreja, am Montag im Rundfunksender Cadena SER. Der amtierende baskische Regionalpräsident Juan Jose Ibarretxe von der Baskischen Nationalpartei (PNV) rief die Basken auf, die Demokratie zu verteidigen und richtete eine deutliche Warnung an die Untergrundorganisation ETA.

Zu dem Anschlag vom Sonntag in Saragossa, bei dem der PP-Vorsitzende von Aragonien, Manuel Gimenez Abad, erschossen wurde, hat sich bislang niemand bekannt. Es wurde jedoch die ETA dafür verantwortlich gemacht.

Die Polizei fand am Tatort mehrere Patronenhülsen einer Pistole vom Kaliber neun Millimeter, wie es die ETA bei ihren Anschlägen verwendet. Der Politiker war mit seinem Sohn auf dem Weg zu einem Fußballspiel gewesen. Die ETA kämpft seit 1968 für ein unabhängiges Baskenland; sie wird seitdem für mehr als 800 Morde verantwortlich gemacht. Im Dezember 1999 kündigten die Separatisten einen 14-monatigen Waffenstillstand und töteten rund 30 Menschen. Die meisten Opfer waren Mitglieder der Volkspartei.

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