Nach Arbeitsmarktbericht: Wall Street will Kletterpartie fortsetzen

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Nach Arbeitsmarktbericht: Wall Street will Kletterpartie fortsetzen

Nach zwei Tagen im grünen Bereich scheinen die US-Märkte ihre Klettertour fortsetzen zu können. Eine halbe Stunde vor Handelsbeginn notiert der Nasdaq-Future mit zwölf Punkten im Plus, der marktbreitere S&P 500 gewinnt vorbörslich 3,5 Punkte.

Unterstützung erfährt der Handel am frühen Morgen aus dem Arbeitsmarkt. Im Dezember wurden nur noch 124.000 Jobs abgebaut. Damit ist die Arbeitslosenquote zwar erneut gestiegen und liegt jetzt bei 5,8 Prozent - doch ist die Zahl der Entlassungen nach den dramatischen Kürzungen nach dem 11. September gesunken. 1,4 Millionen Amerikaner haben ihren Job seit Beginn der Rezession im März 2000 verloren. Gestiegen ist allerdings der durchschnittliche Wochenlohn des amerikanischen Arbeiters - er liegt ein halbes Prozent höher als noch im November.

Analysten sehen sich durch den Arbeitsmarkt und die Kursentwicklungen der letzten beiden Handelstage in ihren meist bullishen Prognosen für 2002 bestätigt. "Der Markt ist in Schwung gekommen", sagt Peter Cardillo, Chefstratege bei Global Partners Securities, und verweist auf eine seit Tagen zitierte Faustregel: "Die Tendenz der ersten Handelstage gibt weitgehend den Trend für das ganze Jahr wieder." Es scheine, als sei tatsächlich viel Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung im Markt.

Auch Abby Cohen, Investment Strategin von Goldman Sachs, gibt sich am Morgen weiter bullish für die Wall Street. Am 24. September, nahezu exakt zum Tiefstpunkt des Aktienmarktes, hatte die Analystin die Aktiengewichtung in den Modellportfolios auf 75 Prozent angehoben. An dieser Gewichtung gebe es keinen Grund zu rütteln. Cohen sieht Ende des Jahres einen S&P 500 Index in der Spanne von 1.300 bis 1.425 Punkten . Der Dow Jones Index könne eine Spanne von 11.300 bis 12.400 Punkte erreichen. "Wir erwarten in den nächsten Monaten eine Konjunkturerholung und glauben, dass es für die Konjunktur-Schwarzseher eher schlecht steht", erklärt Cohen.

Chipwerte dürften auch zum Wochenschluss im Mittelpunkt des Interesses stehen. Gerüchte über einen bevorstehenden Deal zwischen Micron und Hynix , über den eine südkoreanische Zeitung spekuliert hatte, machen die Runde. Und nachdem der Speicher-Spezialist EMC schon in den letzten Tagen satte Zugewinne verbuchen konnte, äußert sich die Bank of America am Morgen positiv. Die Analysten sehen das Unternehmen an einem Wendepunkt und glauben an eine starke Entwicklung in den nächsten Quartalen. Die Bank of America setzt ihre Erwartungen für EMC herauf und bleibt bei einer "Kauf"-Empfehlung.

Bereits mehr als fünf Prozent legt die Kaffeekette Starbucks vor der Glocke zu. Das Unternehmen hat im Dezember die Verkaufszahlen um drei Prozent gegenüber dem Vormonat und 22 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres verbessert. Analysten zeigten sich von dem Anstieg positiv überrascht, Merrill Lynch stuft das Papier am Morgen auf "kaufen" auf.

Nach ein paar ruhigen Tagen melden sich am Morgen auch Enron und Dynegy in den Schlagzeilen zurück. Enron will eine Nutzungsoption Dynegys für die profitable Northern Natural Gas Pipeline anerkennen. Dynegy hingegen räumt Enron ein Rückkaufrecht bis Ende Juni ein, falls sich der im Gläubigerschütz stehende Konzern wieder erholen würde. Die Aktien beider Energietrader legen vorbörslich zu. Enron steht mit 9,4 Prozent im Plus, Dynegy mit 6,6 Prozent.

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