Nach Aufenthalt in Asien
Deutschland meldet den zehnten Sars-Fall

Deutschland hat einen weiteren Fall der gefährlichen Lungenkrankheit Sars an die Weltgesundheitsorganisation WHO gemeldet. Das bestätigte die Sprecherin des Robert Koch- Instituts, Susanne Glasmacher, am Montag in Berlin.

HB/dpa BERLIN/PEKING. Der deutsche Patient sei zuvor in Asien gewesen. Am Freitag habe der mittlerweile zehnte Sars-Patient noch in einer Klinik gelegen, weitere Einzelheiten wollte das RKI nicht nennen. China hat derweil erstmals seit Monaten keinen neuen Sars-Fall gemeldet. In Kanada war am Wochenende eine Sars-Patientin gestorben.

Der nun gemeldete Patient sei der erste wahrscheinliche Fall nach drei Wochen, sagte Glasmacher. "Das belegt, dass die Gegenmaßnahmen greifen." Es sei zwar nicht auszuschließen, dass es weitere eingeschleppte Fälle geben wird. "Aber bislang wurde kein Mensch in Deutschland infiziert." Bis Montag war kein Todesfall in Deutschland registriert.

Weltweit hatte die WHO bis Samstagabend 8360 Fälle und 764 Tote gemeldet. 5264 Patienten waren schon wieder aus den Kliniken entlassen worden.

Das Gesundheitsministerium in China meldete am Montag zwei weitere Tote durch das Schwere Akute Atemwegssyndrom (Sars). In einer Reaktion auf den Rückgang der Neuinfektionen in China mahnte die WHO eindringlich, weiter auf der Hut zu sein. "Es ist nicht der Zeitpunkt, damit aufzuhören, wachsam zu sein", sagte WHO-Sprecher Bob Dietz in Peking.

Die Lungenkrankheit hat in China den Verkauf von Autos angekurbelt, weil viele Menschen nicht mehr in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres seien die Zahlen um 88 % auf 540 000 gestiegen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Allein in der südchinesischen Stadt Shenzhen sei im März mit 13 000 Autos der Rekord des Vorjahres um 4000 übertroffen worden. Der Trend sei einerseits eine Fortsetzung der ohnehin schon starken Entwicklung im vergangenen Jahr, andererseits habe die Sars-Situation in Peking, der Südprovinz Guangdong und anderen Orten dazu beigetragen, "die Zahl nach oben zu treiben", schrieb Xinhua.

Die WHO hält nach Angaben ihres Sprechers Dietz die Sars-Zahlen aus Peking und den Provinzen, die ihre Experten besucht hätten, für korrekt. "Es mag Fehler geben, aber keine großen." Dietz verwies jedoch auf die Pannen in Krankenhäusern in Taiwan und die jüngsten Rückfälle in Kanada und sagte: "Das Virus geht nicht so leicht weg, wie wir es uns wünschen."

Taiwan berichtete vier neue Erkrankungen, aber keine neuen Toten. Die Inselrepublik kommt damit auf 81 Tote und 684 Fälle. In Hongkong starb erneut eine Ärztin.

Die Zahl der Sars-Toten in Kanada stieg auf 31, nachdem am Wochenende eine 60-jährige Patientin an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben war. Bei fünf weiteren Todesfällen in einem Krankenhaus der Millionenstadt Toronto machten Behörden am Montag widersprüchliche Angaben darüber, ob sie mit der Lungenkrankheit in Verbindung stehen könnten oder nicht.

Derweil erklärte der Verband der Krankenschwestern der Ontario- Provinz (RNAO), seine Warnungen vor einer Sars-Ausbreitung in Torontos North York Hospital in der zweiten Mai-Hälfte seien überhört worden. Das Krankenhaus hatte sich später als Ursprung der zweiten Sars-Welle in Kanada erwiesen. In Teilen der Medien tauchten Spekulationen darüber auf, ob die Warnung der Schwestern bewusst unter den Tisch gekehrt worden seien. Toronto, das stark auf den Tourismus angewiesen ist, hatte während der ersten Sars-Welle im April nach einer WHO-Reisewarnung Millionenverluste hinnehmen müssen.

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