Nach Ausrichtung auf Kernbereiche
Rheinmetall weckt Kursphantasie

Die Aktie der Rheinmetall AG - im vergangenen Jahr nicht eben ein Liebling der Analysten - weckt wieder Phantasie. Äußerer Anlass: der Einstieg des US-Investors Wyser Pratte.

kv DÜSSELDORF. Klaus Eberhardt, seit Anfang 2000 neuer Rheinmetall-Chef, ist noch längst nicht am Ziel. Nach dem Expansionskurs seines beim Großaktionär Röchling in Ungnade gefallenen Vorgängers Hans U. Brauner musste Eberhardt erst einmal auf die Bremse treten. Verluste waren zu tilgen und eine strikte Ausrichtung auf die Kernbereiche Wehrtechnik, Automobiltechnik und Elektronik durchzusetzen.

Eberhardt nennt als Ziel für 2003 rund 15 % Gesamtkapitalrendite und 5 % Bruttoumsatzrendite. Im vergangenen Jahr lagen diese Kennzahlen bei 9,7 % und 2,0 %. Zudem trennt sich Rheinmetall von Randsparten. Dazu gehört die Maschinenbautochter Jagenberg, für die man seit über einem Jahr einen Käufer sucht. Noch beruht vieles bei Rheinmetall auf Hoffnung und Zuversicht. Zunächst brachte das vergangene Jahr einen herben Rückschlag für Aktionäre: Durch die Herausnahme aus dem MSCI-Europa-Index kam es zu einem Kurseinbruch bis auf 6,10 ? je Vorzugsaktie.

Erst als der US-Investor Guy Wyser Pratte im Februar mitteilte, dass er 5,1 % der Stammaktien und 1,1 % der Vorzüge gekauft habe, kam wieder Phantasie in den Kurs. Zum Vergleich: Großaktionär Röchling hält 65,6 % der Stämme und 9,2 % der Vorzugsaktien.

Analyst sieht Chancen für Kursverbesserung

Wyser Pratte hat Analysten offensichtlich gezeigt, dass in der Wehrtechnik erhebliches Potenzial steckt. Eine Reihe von Analysten, die zuvor zum Verkauf geraten hatten, setzten nun auf Kaufen oder zumindest auf Halten.

Ralf Dörper von WestLB Panmure stuft Rheinmetall derzeit mit "Neutral" (durchschnittliche Kursentwicklung) ein, doch sehe man durchaus Chancen auf Kursverbesserung. Sicherlich sei die Summe aller Aktivitäten mehr wert, als die Börse derzeit bezahle. "Neutral" bewertet auch Jürgen Warfsmann von der Hypo-Vereinsbank das Papier. Richard Schramm von HSBC Trinkaus & Burkhardt empfiehlt sogar Zukäufe. Auch die Commerzbank bewertet Rheinmetall positiv: "Mit einem Marktanteil von teilweise über 30 % in Europa hat Rheinmetall eine führende bzw. dominante Position in den Bereichen Motorkomponenten, Sicherheitssysteme, Automobilelektronik und Verteidigungstechnik inne. "

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