Nach Berichten über angeblich erhöhte Gefahrenlage
Hessen und Bayern verschärfen Sicherheitsmaßnahmen

Wegen der nach Geheimdienstberichten erhöhten Gefahrenlage in Deutschland haben vor allem Hessen und Bayern ihre vorbeugenden Maßnahmen gegen Terroranschläge noch einmal verschärft. Andere Bundesländer wiederum sahen am Donnerstag dafür keine Veranlassung.

WiWo/ap FRANKFURT/MAIN. Das Bundesinnenministerium in Berlin verwies darauf, dass bereits wenige Wochen nach den Anschlägen vom 11. September die nötigen Gesetzesänderungen in Kraft getreten seien, um der Bedrohung so umfassend wie möglich Herr zu werden.

Die hessische Polizei befürchtet nach der aktuellen Terrorwarnung des Bundesnachrichtendienstes Anschläge vor allem im Raum Frankfurt am Main. Die Stadt verfüge mit ihren Banken und dem größten deutschen Flughafen über mögliche Ziele von Terroristen, sagte der Sprecher des Wiesbadener Landeskriminalamts, Udo Bühler. In hessischen Sicherheitskreisen wurde darauf verwiesen, dass die bereits nach dem 11. September erhöhten Sicherheitsvorkehrungen im Umkreis des Frankfurter Flughafens nochmals verschärft worden seien.

Zugleich setzte das Landeskriminalamt ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein, weil in der Presse aus einem vertraulichen Warnschreiben an alle hessischen Polizeidienststellen zitiert worden war. Als Konsequenz aus der jüngsten Terrorwarnung hat auch Bayern die Sicherheitsvorkehrungen in potenziell gefährdeten Bereichen wie Flughäfen und Bahnhöfen weiter verstärkt. "Über Details können wir aber keine Auskunft geben", sagte der Sprecher des bayerischen Innenministeriums, Christoph Hillenbrand.

Auch wenn die Drohungen sehr vage seien, nehme Minister Günther Beckstein sie äußerst ernst. Daher habe der CSU-Politiker angeordnet, die Warnungen "professionell aufzugreifen und den ohnehin schon relativ hohen Sicherheitsstandard noch weiter auszubauen". Eine hundertprozentige Sicherheit könne allerdings nicht garantiert werden.

Das Bundesinnenministerium erklärte, die Sicherheitsvorkehrungen für den deutschen Luftverkehr seien bereits vor Monaten verstärkt worden. Zugleich wies das Ministerium die Darstellung zurück, wonach dies erst auf die jüngsten Warnungen hin geschehen sei. Mit der Verabschiedung der Anti-Terror-Gesetze wenige Wochen nach den Anschlägen vom 11. September sei der Weg freigemacht worden für schärfere Maßnahmen zur Luftverkehrüberwachung.

In Hamburg 900 Rasterfahndungs-"Treffer"

Für Nordrhein-Westfalen und Hamburg hatten die jüngsten Warnungen der Geheimdienste keine zusätzlichen Maßnahmen zur Folge. Konkrete Hinweise auf bevorstehende Anschläge gebe es nicht, hieß es in beiden Ländern. Daher seien die bereits im Herbst eingeleiteten Schritte nach wie vor ausreichend.

In Düsseldorf sagte eine Sprecherin des Innenministeriums, die Aufmerksamkeit der Sicherheitsorgane sei "seit dem 11. September durchgängig unverändert hoch". Sie werde deshalb nicht noch einmal erhöht, weil die höchste Stufe bereits erreicht sei.

Die nach den Terroranschlägen in den USA in Hamburg eingeleitete Rasterfahndung hat laut Polizei zu 900 so genannten Treffern geführt, die zu einer näheren Überprüfung dieser Personen führen. Ob es darunter Verdächtige gibt, wurde nicht mitgeteilt. Unterdessen gab die Lufthansa die Ausstattung der Innenräume ihrer Flugzeuge mit Videokameras bekannt. So könnten Auffälligkeiten in der Kabine und im Vorraum des Cockpits frühzeitig erkannt werden, sagte Airlinechef Jürgen Weber.

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