Nach dem bayerischen Wahl-Debakel
Seehofer will CSU-Chef werden

Parteivize und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer soll neuer CSU-Chef werden: Seehofer kündigte in Berlin seine Kandidatur für das Amt des Vorsitzenden an. Zuvor hatte ihn die CSU-Landesgruppe im Bundestag als Nachfolger von Erwin Huber an der Parteispitze nominiert.

HB BERLIN. Seehofer erklärte sich bereit, das Amt des CSU-Vorsitzenden zu übernehmen. Er werde auf dem Parteitag am 25. Oktober kandidieren, sagte er am Dienstag nach der Sitzung der CSU-Landesgruppe im Bundestag in Berlin. Die CSU-Parlamentarier unterstützten nach Angabe ihres Vorsitzenden Peter Ramsauer die Kandidatur Seehofers und votierten gleichzeitig dafür, mit dem designierten Parteivorsitzenden an der Spitze in den Bundestagswahlkampf 2009 zu ziehen.

Nur zwei Stunden zuvor war der CSU-Vorsitzende Erwin Huber nach dem Debakel bei der bayerischen Landtagswahl vom Sonntag zurückgetreten. Nach nur einem Jahr an der Spitze der bayerischen Unionspartei kündigte der 62-Jährige an, sein Amt zur Verfügung zu stellen.

Fast zeitgleich zu Hubers Ankündigung sorgten am Dienstag Berichte über angebliche Rücktrittsabsichten auch von Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) für Wirbel. Die Staatskanzlei dementierte eine entsprechende Information der Münchner "Abendzeitung", die aber bei ihrer Darstellung blieb. Die "Abendzeitung" hatte berichtet, Beckstein wolle sein Amt beim CSU-Sonderparteitag niederlegen. Er habe Innenminister Joachim Herrmann die Nachfolge angetragen. Damit solle Europaminister Markus Söder in diesem Amt verhindert werden.

Beckstein wollte am Mittag in München vor die Presse treten, um sich zum Rücktritt Hubers zu äußern. Mit dem Parteichef Huber stellte auch CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer ihr Amt zur Verfügung.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte nach Hubers Rücktritt bereits erkennen lassen, dass Seehofer Parteichef und Spitzenkandidat werden solle. "Auf Horst Seehofer wird es hinauslaufen. Er hat sehr große und breite Zustimmung", sagte Glos in Berlin. Der CSU-Chef ist traditionsgemäß gleichzeitig Spitzenkandidat seiner Partei für die Bundestagswahl. Huber hatte vor fast genau einem Jahr bei einem CSU-Parteitag in einer Kampfabstimmung gegen Seehofer den Parteivorsitz erobert.

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