Nach dem Beginn des Irak-Kriegs: Furcht lässt Kurse schwanken

Nach dem Beginn des Irak-Kriegs
Furcht lässt Kurse schwanken

Finanzexperten befürchten, dass ein langer Krieg die Weltkonjunktur nachhaltig belasten und den Ölpreis hoch halten wird. Am Donnerstag schwankten die Kurse an den internationalen Finanzmärkten stark.

HB/REUTERS Frankfurt Nach dem Beginn des Irak-Krieges hat die Furcht von Investoren vor einem langen und harten Konflikt am Donnerstag die Kurse an den internationalen Finanzmärkten schwanken lassen. Der Rohöl-Preis fiel unmittelbar nach Beginn der Angriffe in der Nacht deutlich auf den tiefsten Stand seit Dezember 2002, stieg am Nachmittag nach Medienberichten über brennende Ölquellen aber wieder an. "Wir sind in einem frühen Stadium des Krieges", sagte die Ökonomin Sarah Hewin von der American Express Bank. "Es ist noch nicht klar, wie kurz oder lang er sein wird." Andere Börsianer äußerten sich unter Hinweis auf entsprechende Aussagen des amerikanischen Präsidenten George W. Bush besorgt darüber, dass die Kämpfe länger dauern und schwieriger werden könnten als zunächst angenommen. Finanzexperten befürchten, dass ein langer Krieg die Weltkonjunktur nachhaltig belasten und den Ölpreis hoch halten wird.

Aktienkurse fallen leicht - Dollar schwankend

Nach Kurszuwächsen an den asiatischen Börsen gaben die Aktienkurse zu Beginn des europäischen Handels zunächst nach. Im weiteren Sitzungsverlauf erholten sich die Kurse jedoch, bis sie am Nachmittag nach der Eröffnung der US-Börsen wieder leicht ins Minus drehten. Am späten Nachmittag lagen die wichtigsten europäischen Aktienindizes FTSE Eurotop 300<.FTEU3) und der Dow Jones Stoxx 50 etwas niedriger bei 787 beziehungsweise 2231 Punkten. Der deutsche Leitindex Dax verbuchte ein Minus von 0,8 Prozent bei 2596 Zählern. Der Standardwerteindex Dow Jones in den USA tendierte 0,6 Prozent leichter bei 8217 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index fiel 0,6 Punkte auf 1388 Zähler. "Ich sehe keinen Grund, mehr Aktien zu kaufen, solange wir nicht wissen, wie dieser Krieg verläuft", kommentierte ein Händler die Kursbewegungen. Der Gold-Preis bewegte sich am Donnerstag kaum. Das in Krisenzeiten als sichere Anlage geltende Edelmetall kostete rund 335 Dollar je Feinunze. An den Devisenmärkten kletterte der Euro zum Dollar zeitweise um ein Prozent, gab seine Gewinne im Tagesverlauf aber wieder ab. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,0620 Dollar. Wie an allen anderen Kapitalmärkten hänge die weitere Kursentwicklung hauptsächlich von der Entwicklung des Krieges ab, hieß es weiter.

ÖL-Preis fällt zeitweise auf Drei-Monats-Tief

Der Ölpreis stieg am späten Nachmittag nach unbestätigten Medienberichten über brennende Ölquellen in Irak an. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte unterdessen, die USA hätten Anzeichen, dass der Irak drei bis vier Quellen angesteckt haben könnte. Am Morgen war der Rohölpreis in Erleichterung über Aussagen der Ölexportnationen, man werde die Versorgung auch während des Krieges sicherstellen, noch deutlich gefallen. Gegen 17.30 Uhr MEZ kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseemarke Brent zur Lieferung im Mai mit 27,15 Dollar 0,40 Dollar mehr als noch am Vortag.

Renten - Der sichere Hafen

Die Kurse von Staatsanleihen profitierten angesichts der Unsicherheit über den Kriegsverlauf Händlern zufolge von ihrem Ruf als "sicherer Hafen" für Anleger. Ein Teil der Gewinne der Festverzinslichen gehe allerdings auf das Konto einer Reaktion auf die kräftigen Verluste der vergangenen Tage. Seit Mitte der vergangenen Woche hat der Bund-Future rund drei Prozentpunkte verloren. Am Nachmittag lag der richtungweisende Terminkontrakt 39 Ticks im Plus bei 113,40 Punkten, nachdem er zum Handelsstart auf bis zu 112,78 Punkte gefallen war. "Jede Schlagzeile macht die Märkte nervös, und angesichts der geringen Umsätze braucht es nicht viel, um die Kurse zu bewegen", kommentierte ein Londoner Händler die Schwankungen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%