Nach dem Bombardier-Rückschlag
Fairchild Dornier verhandelt mit neuem Investor

Der vor der Zerschlagung stehende Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier hat mit dem italienischen Flugzeugbauer Alenia einen neuen Interessenten für seine Jetfamilie 728/928 gefunden.

Reuters MÜNCHEN. "Die Vertreter von Alenia nehmen derzeit eine umfassende Prüfung des 728/928-Programms vor", sagte Fairchild-Sprecher Peter Kellner am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigte damit entsprechende Branchengerüchte. Mit einem Abschluss der Prüfungen sei in den kommenden Wochen zu rechnen. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des seit Wochen um sein Überleben ringenden Regionalflugzeugbauers werde weiterhin für den 1. Juli erwartet.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Eberhard Braun hatte am Dienstag den Erhalt des Regionalflugzeugbauers als Ganzes ausgeschlossen. Der kanadische Konzern Bombardier hatte am selben Tag Abstand von einem Einstieg bei dem Jet-Programm 728/928 genommen.

Alenia wäre ein guter Partner

Der Dornier-Sprecher bezeichnete die zum italienischen Finmeccanica-Konzern gehörende Alenia, die Militär- und Transportflugzeuge baut und eine Beteiligung an dem europäischen Regionalflugzeugbauer ATR hält, als einen "guten Partner". "Der Erhalt des 728/928-Programms wäre mit einem Einstieg von Alenia möglich", sagte Kellner und fügte hinzu: "Damit könnten viele hoch qualifizierte Arbeitsplätze erhalten werden". Neben dem Abbau von 800 bis 1200 Stellen, die bei einer Zerschlagung in den fortgeführten Unternehmen wohl wegfielen, hatte der vorläufige Insolvenzverwalter die Streichung von weiteren 1200 Stellen nicht ausgeschlossen, falls kein Investor für das 728/928 Jet-Programm gefunden werde. Zuletzt waren bei Fairchild Dornier rund 3600 Mitarbeiter beschäftigt.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Braun hatte sich auch nach dem überraschenden Scheitern der Verhandlungen mit Bombardier optimistisch gezeigt, einen Investor für die Flugzeugfamilie 728/928 zu finden. Neben dem 728/928 Jet-Programm mit bis zu 115 Sitzen führe er auch Gespräche über einen Verkauf des kleineren Dornier Modells 328-Jet mit 30 Sitzen, hatte Braun verkündet. An dem Flugzeugtyp 328-Jet habe die amerikanische Investoren-Gruppe Dimeling, Schreiber & Park Interesse angemeldet. Die Produktion des 328-Jet könne bis Ende September fortgeführt werden. Bis dahin solle eine abschließende Lösung mit den Amerikanern gefunden werden.

Der unter der Krise der Luftfahrtindustrie leidende Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier hatte Anfang April Antrag auf Insolvenz gestellt. Ein Massekredit sicherte der Gesellschaft die Fortführung des operativen Geschäfts bis Ende Juni. Bis dahin wollte Braun einen Investor gefunden haben.

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